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BeitragVerfasst: Mi 2.8.2017 7:49 
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S8
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Ich habe interessiert mitgelesen, bisher noch nie bleifrei gelötet, bzw. darauf geachtet (Hauptsache Flußmittel Kolophonium). Ich habe mir "notgedrungen" vor ein paar Jahren eine elektronische Lötstation angeschafft, zweierlei Lötspitzen (30W / 6W Mini), Temperatur einstellbar, für den Fitzelkram, aber ....... Ich kann mich nur schwer von meinem 80W Lötkolben trennen (vom QRL mit in den Ruhestand genommen, bzw. wegen IT SW-Org ab den 70ern im QRL nicht mehr benutzt) und nutze den immer noch, so weit es bei mechanischer Größe noch geht --- auch bei Platinen.

Nach meiner persönlichen Erfahrung und auch Gesprächen mit Kollegen: die Lötzeit spielt auch eine entscheidende Rolle. Ich habe mit den 80W noch nie ein Diode oder Transistor gehimmelt, bzw. eine Leiterbahn demoliert, wenn !!! die Lötstelle gut vorbereitet und zugänglich war. Dann ist der Lötvorgang so Ruckizucki, daß in der Umgebung die zeitliche Wärmeleitung nicht zur Zerstörung ausreicht. Allerdings.... Übung und Vorbereitung -- es muß sitzen.

Mit der 30W Spitze habe dagegen gerade am Anfang 2x kaputt gelötet, weil ich länger drauf bleiben mußte.

Ich stelle das einfach mal zur Diskussion. Ich bin kein "Dauerlöter", aber .... wie geschrieben: dicker Lötkolben (Spitze natürlich auch spitz gefeilt) und kurze Lötzeit, damit fühle ich mich einfach wohler beim (Weich-)Löten.

73 Peter

ps ist etwas OT, weil es ja um bleifrei vs. Blei ging, aber auch mit der Begründung Temperatur und Leiterbahnen


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BeitragVerfasst: Mi 2.8.2017 8:18 
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Hallo noch mal.
Die Weller Spitze mit der Nummer 7 hat den Temperaturbereich 370 Grad C.
Das Felder Lot welches ich getestet habe Sn95,5 Ag3,8 Cu0,7 F-SW32 (1.1.3.B) hat die Arbeitstemperatur 217 Grad.
Das SN99 3CuNiGe hat 227 Grad Arbeitstemperatur.
Keine Ahnung, welches Lot nun besser für Handlötung ist.
Scheint ja das SN99 zu sein...

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73 de DL8BCN
Rainer


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BeitragVerfasst: Mi 2.8.2017 9:06 
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Ich habe gerade nachgesehen, bei mir ERSA MS250 Lötstation und die Temperatur habe ich auf 450° eingestellt (nach der beschriebenen schlechten Erfahrung <400°). Da geht es mit 30W und auch vor wenigen Tagen mit 6W (Quarz im Garagenöffner - Drahtbruch unmittelbar am Gehäuse) gefühlt schnell genug. Bei niedrigen Temperaturen "bratet" es mir zu lange. Auf meiner Lötzinrolle steht "Fluitin", Bonn, drauf, 2mm und Sn60. Einen dünneren Lötdraht habe ich als Handwickel irgendwo abgestaubt und keine Angaben. Der alte Lötkolben ebenfalls ERSA 80W und ein noch älterer ERSA aus den 50ern mit 50W tut auch noch (gelegentlich).

73 Peter

ps nach Recherche bei Conrad vermutlich Sn60Pb38Cu2 (oder auch nur Sn60Pb40 ??)


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BeitragVerfasst: Mi 2.8.2017 9:32 
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Konnte nicht mehr editieren, Spec. gefunden für 1.0mm, aber sonst gleiche Bezeichnungen "Fluitin 1532"
http://www.produktinfo.conrad.com/daten ... tdraht.pdf
S-Sn60Pb38Cu2 (Aufdruck per Lupe), 183 - 190°C Schmelztemperatur, 2,2% Flußmittel (reines Kolophonium)


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BeitragVerfasst: Mi 2.8.2017 10:42 
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Hi,
kurz und heiss löten gelingt auch besser. Bei langen dünnen Spitzen kann viele Temperatur bis zur Spitze hin verloren gehen. Muss man ausprobieren, die Anzeige an der Lötstation bezieht sich ja aufs Heizelement, nicht auf die Spitze.

Mittlere Meisselspitze oder kurze dicke Rundspitze haben sich bei mir bewährt. Lötstation 50 Watt.

https://www.conrad.de/de/loetstation-an ... 91784.html
Der Lötkolben ist in der Mitte etwas instabil..nicht zu stark drücken beim löten...

Bei den "Markengeräten" ist man ja schnell paar 100 Euro los..

73 de DL3FOX Uwe

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BeitragVerfasst: Mi 2.8.2017 15:24 
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Ich muß gestehen, daß ich erst angeregt durch den Thread mich überhaupt mal darum gekümmert habe, was ich da so in 60 Jahren verlötet habe. In der Lehre haben wir auch Hartlöten müssen und bei Bleimuffen war leichte Säure bzw. säurehaltiges "Lötfett" zum Weichlot üblich. Außer dem Flußmittel Kolophonium habe ich mir nie einen Kopf bei der Radiobastelei seit den 50ern gemacht. Das bekommt man eingehämmert. Finde ich gut, wenn ab und an solche Themen hochkommen, wo man mal "seine Vergangenheit" hinterfragt :-) . Im IT-QRL (H/W-Zeit) wurde immer wieder mal gelötet, aber ebenfalls Kolophonium natürlich.

73 und 55 speziell für DL8BCN, danke, Peter


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BeitragVerfasst: Mi 2.8.2017 19:31 
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Mit Kolophonium in Spiritus gelöst kann man auch Platinenschutzlack machen.
Für draussen würd ich trotzdem Plastikspray nehmen.

73 de DL3FOX Uwe

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BeitragVerfasst: Do 3.8.2017 6:32 
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Moin und danke an alle, die sich hier eingebracht haben!
Man muss sich wundern, wie viel man über ein vermeintlich einfaches Thema schreiben kann. :-)
Rainer

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73 de DL8BCN
Rainer


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BeitragVerfasst: Sa 5.8.2017 0:51 
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Hi,

hier auch noch etwas "Senf" von mir:

Ich löte - bzw. meine ERSA Analog 60 Station lötet - nur verbleit und wir hatten bis dato keine Probleme. Wenn ich Teile auslöte, entferne ich das alte Lötzinn und gut.

Aber was anderes, falls es auch andere Stationen betrifft...: Das Drama bei meiner Station ist (/bzw. war zumindest über lange Zeit, vlt. haben sie ja nachgebessert...schön wäre es....):

Bei ERSA gibt es für die Analog 60 Lötstation spezielle Spitzen zum bleifreien Löten. Diese bestehen aus zwei zusammengepressten Teilen, zwischen denen sich mit der Zeit ein "Haarnadel-Spalt" ausbildet, der die Wärmeleitung beeinträchtigt.

Die alten ERSA Spitzen (ohne "LF" Kürzel) haben das Problem nicht, sind aus einem Stück und halten sehr viel länger! Nur dummerweise bieten Reichelt, Conrad und Co nur noch die schlechten Spitzen mit "LF" an. Man muß schon lange suchen, bis man z.B. auf Läden wie "myvolt24" stößt, die noch die "richtigen" Spitzen ohne "LF" anbieten. Also statt 832CDLF eben 832CD.
Produziert und verkauft werden die noch.
Perfiderweise hat Reichelt zwar immer noch z.B. die Artikelnummer 832CD, führt darunter aber bei genauerem Hinsehen die 832CDLF! Wie bei den anderen "Analog 60"-Spitzen.

Und so findet man ständig Klagen über die Kurzlebigkeit der heutigen ("LF") ERSA-Spitzen.... Ich habe Reichelt schon geschrieben, leider ohne Erfolg :( Also falls jemand das gleiche Problem erkannt hat, bitte eine Mail an Reichelt senden, sie mögen bitte keine LF als non-LF anpreisen und letztere bitte für Bleifans wieder ins Programm aufnehmen.

73
Stefan, DJ1SH


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BeitragVerfasst: Sa 5.8.2017 8:27 
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Hi Stefan,
glaub das interessiert die nicht..
NE612, J310, PLL IC, Kapazitätsdioden, kleine HF Gehäuse ... haben die auch einfach ausm Program genommen obwohl man die immer braucht für QRP Geräte..

73 de DL3FOX Uwe

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BeitragVerfasst: Sa 5.8.2017 15:09 
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DL8BCN hat geschrieben:
Moin und danke an alle, die sich hier eingebracht haben!
Man muss sich wundern, wie viel man über ein vermeintlich einfaches Thema schreiben kann. :-)
Rainer
Das entscheidende Wort heisst vermeintlich. :-)
Ich habe bisher auch bei unverbleiten Platinen Reparaturen stets mit bleihaltigem Lötzinn vorgenommen und bis jetzt damit auch keine Probleme gehabt.
Nicht umsonst werden in der sicherheitsrelevanten Elektronik, also z.B. Medizintechnik oder Autoelektronik immer noch ausschliesslich bleihaltige Lötungen verwendet.
Ich habe seit 1980 hier Weller Löttechnik im Haus. Erst die mechanisch geregelte WTCP, dann zusätzlich eine DS301 Löt-Entlöt-Station. Beide Stationen funktionieren bis heute einwandfrei. Die vernickelten Lötspitzen haben hohe Standzeiten und zundern nur sehr wenig. Bisher habe ich nur zwei Heizelemente und eine Handvoll Spitzen verbraucht, obwohl die Stationen schon viele Tausend Stunden Betrieb hinter sich haben. Zu den Heizleistungen noch ein Wort. Die WTCP hat 50Watt, die DS301 60Watt. Trotzdem kann man damit auch problemlos SMD verarbeiten. Die Temperatur wird ja geregelt.
Die WTCP kostete 1980 129DM. Das war viel Geld. Dafür habe ich mir die unsägliche Quälerei mit dem weit verbreiteten Ersa Tip30 erspart und konnte problemlos Dutzende Platinen in Weissblechdosen einlöten, während viele OV-Kollegen dabei geflucht haben. Ich habe auch viele teure Halbleiter ohne einen einzigen Ausfall damit verbaut.
Beim Einlöten eines MGF0907 für über 200DM ging der Puls natürlich trotzdem ein wenig höher. :-)

73, André


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BeitragVerfasst: Sa 5.8.2017 16:28 
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dl8yev hat geschrieben:

Die WTCP hat 50Watt, die DS301 60Watt. Trotzdem kann man damit auch problemlos SMD verarbeiten. Die Temperatur wird ja geregelt.
Die WTCP kostete 1980 129DM. Das war viel Geld. Dafür habe ich mir die unsägliche Quälerei mit dem weit verbreiteten Ersa Tip30 erspart und konnte problemlos Dutzende Platinen in Weissblechdosen einlöten, während viele OV-Kollegen dabei geflucht haben. Ich habe auch viele teure Halbleiter ohne einen einzigen Ausfall damit verbaut.


Das kann ich nur bestätigen, ich löte SMD Bauteile ebenfalls seit Anfang der 80er mit dem WTCP und auch sonst alles inkl. HF Leistungstransistoren.
Beide WTCP die ich in Gebrauch habe machten nie Probleme, ausser Spitzen wechseln keine Ersatzteile benötigt, habe jedoch ein Heizelement in Reserve.


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BeitragVerfasst: Sa 5.8.2017 18:16 
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Auch ich kann die Erfahrungen von André und Peter nur bestätigen. Zu Hause und in der Firma löte ich damit sowohl THT als auch SMT und auch "grobe Dinge" wie Weissblechgehäuse. Diese Investition hat sich gelohnt. Ausfälle --> eine Heizung und ein Schalter!

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Gruß, Roger


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BeitragVerfasst: So 6.8.2017 9:26 
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das Lot welches Rainer da nimmt ist schon eine tolle Alternative.
Obwohl bleifrei, der hohe Silberanteil verhilft zu einer schönen glänzenden Lötstelle.
Würde mich mal interessieren was das Felder so kostet, das vergleichbare von Mundorf (das sind Audiophools) geht so um 44 Euro für 100g was ich für übertrieben teuer halte.

Über Lötstationen kann man auch viel diskutieren. Bei mir werkelt eine alte Weller, die tut was sie soll. Wer täglich und viel löten muß nimmt eh eine JBC, für daheim wird die sich aber kaum rechnen.

lG Martin

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wenn ein Radio 20 Pfund wiegt ist es erwachsen.


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BeitragVerfasst: So 6.8.2017 9:32 
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Silberlot könnte für alles interessant sein was Hautkontakt hat. Sensor-Morsetaste z.B.
Für normal löten wärs mir zu teuer.

73 de DL3FOX Uwe

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