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 Betreff des Beitrags: Erfahrungsbericht Entlötpumpen
BeitragVerfasst: Fr 1.10.2010 0:25 
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Hallo zusammen,

ich möchte euch im folgenden Beitrag mal mein Leid mit den Entlötpumpen klagen und zeigen auf was man beim Kauf achten sollte.

Meine erste Entlötpumpe habe ich damals zusammen mit meiner Lötstation gekauft. Soweit ich mich erinnere habe ich damals bei Conrad im hochpreisigen Segment zugeschlagen. Das Gerät hat mir nun auch schon lange Jahre gute Dienste geleistet. Man kann das Gehäuse einfach wie bei einem Bajonettverschluss durch Drehen und Ziehen öffnen. Es gibt allerdings einen Fehler im Konzept wegen dem ich sie mir nicht nochmal kaufen würde. Die austauschbare Spitze wird von innen nach vorne geschoben und hält dort nur durch Reibung. Wenn sich jetzt allerdings etwas Lötzinn in der Spitze festsetzt dann zieht der Dorn, der eigentlich dieses Lötzinn nach vorne ausstoßen soll die Spitze beim Auslösen mit nach hinten.

Die nächste Entlötpumpe habe ich bei einer Messe vom Conrad Stand für einen Euro mitgenommen (als Provisorium) weil ich mir dachte, dass man da nichts falsch machen könnte. Allerdings kam schon beim ersten Test die Ernüchterung. Beim Auslösen sprang der komplette Stempel nach hinten aus der Pumpe. Glücklicherweise war mein Gesicht da nicht über der Pumpe. Allerdings sorgte diese Aktion für langanhaltende Lachkrämpfe bei mir und den anwesenden Kommilitonen.

Soeben habe ich meine neueste Anschaffung unter die Lupe genommen. Da ich bei Reichelt bestellen wollte suchte ich mir dort ein Modell aus. Ich habe mich dort für ein Modell von Ersa entschieden weil ich mir dachte, dass man mit Ersa bestimmt nicht schlecht fährt.
Als ich das Ding heute allerdings ausgepackt habe war ich bestürzt. Das Gerät war mit Abstand die billigste Produktion, die ich je gesehen habe. Anstatt, dass der Auslöser von einer Feder in Position gehalten wird handelt es sich hier nur um ein Plastik-Formteil welches eingedrückt wird. Auch die Spitze wird nicht vorne eingeschraubt (worauf ich wegen der Erfahrung mit der ersten Entlötpumpe geachtet hatte) sondern wird auch nur von vorne eingepresst. Auch der Körper ist total umständlich zu öffnen um das Lötzinn zu entsorgen.

Das traurige ist, dass das Produkt nicht im geringsten der Abbildung bei Reichelt entspricht. Ich weiss, dass dort steht "Produktabbildung: Abb. ähnlich" aber das fällt bei mir nicht unter Ähnlichkeit wenn Merkmale weswegen ich mich für dieses Produkt entschieden habe nicht vorhanden sind.

http://www.reichelt.de/?ACTION=3;ARTICL ... ROVID=2402

Grüße
Michael


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BeitragVerfasst: Fr 1.10.2010 8:35 
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Lbr admin,

da kann ich ja meine letzte Erfahrung auch zum besten geben:

Nach Verwurf einer sehr schlecht saugenden Entlötpumpe hatte ich mir eine namenlose Pumpe aus Plastik zugelegt, die eigentlich das Zinn zunächst sehr schön absaugte. Plötzlich mußte ich aber feststellen, daß der vordere Teil mit der Düse, den man zum Reinigen herausschrauben kann, ganz lose auf dem Kolben hing: Das Gewinde der Spitze (alles aus Plastik) war abgerissen! Wohl infolge eines Temperatureffektes war das fest eingeschraubte Teil einfach im Gewinde gerissen.

Nun habe ich das abgerissene Gewinde herausgeholt und die Spitze erst einmal mit Uhu-plus wieder aufgeklebt; dazu konnte man die Spitze durch Vorschieben des Kolbens auf einfache Weise zentrieren.

Nun flutscht die Entlötpumpe wieder schön. Aber ich kann sie nicht mehr reinigen. Bis sich innen zu viel Lötzinnreste angehäuft haben, muß ich mir also bei Gelegenheit wieder eine neue Pumpe zulegen.

Der Fehler wäre wohl zu vermeiden gewesen, wenn als Zubehör zwischen Pumpenspitze und dem Hauptrohr ein Dichtring aus Filz oder Gummi existiert hätte. Der hätte sich bei Längenänderungen durch Temperatur mehr oder weniger zusammengedrückt, aber nicht den Widerstand geboten, daß das Gewinde der Spitze zerrissen werden kann.

Aber das sollten die geingsten Probleme eines Bastlers sein.

73 Ha-Jo, DJ1ZB

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73 Ha-Jo, DJ1ZB


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BeitragVerfasst: Fr 1.10.2010 8:45 
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Ich benutze seit mehreren Jahren die Modelle wie in der Abbildung mit dem Aluminiumkörper und dem blauen Hinterteil.

Da ist mir niemals der Kolben rausgefallen und die Absaugleistung ist, wenn man die Pumpe regelmäßig reinigt, auch in Ordnung.

Auf Arbeit haben wir von Reichelt so ein blaues Monsterding (bestimmt 40 cm lang) gekauft, die eine wirklich brutale Absaugleistung hat. Dafür ist die Auslösung nicht wirklich gut kontrollierbar.

Die günstigen reichen voll und ganz aus, jedoch gehört etwas Übung dazu, dass man an alten Platinen nicht gleich die kompletten Leiterzüge mit abreißt.

73!

Sven


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BeitragVerfasst: Fr 1.10.2010 11:16 
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Hallo zusammen,

ich verstehe jetzt das Problem nicht so richtig. Ich habe seit Jahren (5 - 6 Jahre mögen es sein), die Ersa-Pumpe von Reichelt, die mir immer gute Dienste leistet. Einziges Manko ist, dass die Spitze die hohen Löttemperaturen nicht so gut aushält und deshalb etwas zusammengeschmolzen ist. Rausgeflogen ist mir die Spitze bisher auch nur ein Mal, als ich Zinn an einer Monster-Lötstelle (Abschirmblech) abgesaugt habe und die abgesaugte Zinnmenge sehr groß war. Dabei ist beim erneuten Spannen (und rausdrücken des abgesaugten Zinns) die Spitze aus dem Pumpenkörper gerutscht. Aber nachdem ich sie wieder reingeschoben habe, war alles wieder ok.

73 de Stefan, DK6TM


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BeitragVerfasst: Fr 1.10.2010 13:43 
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Halllo,

Hm, da habe ich schon wieder eine neue Geschäftsidee:

Senden Sie uns Ihre problematische Entlötpumpe mit genauer Beschreibung des Porblems,
wir werden dann versuchen für Sie eine günstige Lösung zu erarbeiten.

mfg
Josef Vukovic


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BeitragVerfasst: Fr 1.10.2010 14:28 
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Hallo Michael,

wenn der Kauf noch nicht zu lange her ist, dann schicke die Pumpe einfach mit dem beiliegenden Rücksendeaufkleber zurück. Wenn das Bild komplett anders aussieht als die Ware ist, hast du sogar einen guten Grund für die Rückgabe. Aber dafür brauchst du nichtmal einen Grund, das ist dein gesetzlich zugesichertes Recht. Schreib ihnen einen schönen Brief dazu was dir daran missfällt, vielleicht ändern Sie ja dann auch mal die Produktbeschreibung. Ich denke wenn Ersa draufsteht, sollte auch Qualität drin sein. Wenn dem nicht so ist, sollten die es wissen.


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BeitragVerfasst: Fr 1.10.2010 18:14 
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Hallo Admin,

ggf. lohnt sich auch die Anschaffung einer Entlötstation. Ich habe mich auch früher mit den Entlötpumpen herumgeschlagen bis ich es leid war und mir eine gebrauchte der Fa. PACE gekauft habe. OK, diese sind nicht gerade preiswert, meine kostete gebraucht schon damals 850 DM. Aber das Entlöten macht so viel Spaß, dass man teilweise gar nicht mehr aufhören kann...... :busch:

Lass aber bloß die Finger von billig Produkten, die taugen oftmals nichts.

_________________
73 de Dirk, DH4YM
www.dh4ym.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungsbericht Entlötpumpen
BeitragVerfasst: Fr 1.10.2010 18:38 
admin hat geschrieben:

ich möchte euch im folgenden Beitrag mal mein Leid mit den Entlötpumpen klagen und zeigen auf was man beim Kauf achten sollte.


Meine Introvac funktioniert seit über 30 Jahren völlig problemlos.
Die gibt es nach wie vor und kostet mittlerweile so um die 25 Euro.

73
Peter


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BeitragVerfasst: Fr 1.10.2010 21:35 
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Ich hab die erste, die Michael von Conrad hat. Ausser das der Bajonettverschluss langsam wackelig wird, geht die super.


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BeitragVerfasst: Mo 26.12.2011 19:00 
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Beiträge: 84
Wohnort: Darmstadt
Guten Abend Forum,

die Ersa VAC-3 ist bei mir seit Jahr und Tag im Entlöteinsatz ohne daß es je zu Problemen gekommen wäre. Im Gegenteil, die Zweitspitze, die ich vorsorglich mitbestellt hatte, liegt immer noch eingepackt in irgendeiner Kiste.

Bild

Die Pumpe scheint nicht mehr hergestellt zu werden, ist aber bei diversen Anbietern noch im Programm.

73 und schönen Abend!


Philipp Heinrich, DL2FT

_________________
„Das Problem mit Zitaten im Internet ist, daß man nie sicher sein kann, ob sie authentisch sind.“
Heinrich Hertz


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BeitragVerfasst: Di 27.12.2011 11:38 
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Beiträge: 586
Wohnort: Hunsrück JN39qw
Hallo allerseits,

eine Entlötpumpe (Marke Noname, ähnlich der Abbildung von Philipp) ist bei mir schon seit vielen Jahren im Einsatz aber mit folgender Modifikation:

Auf die Teflonspitze habe ich ein etwa 10 mm langes Stück Schlauch aus klarem Silikongummi gesteckt. (Dieser hitzebeständige Schlauch wird häufig zur Isolierung von sich erhitzenden Leitungen verwendet) Dadurch wird die Teflonspitze vor dem "Verbrutzeln" geschützt und die Saugleistung wird verbessert, da sich der hitzebeständige Schlauch besser der zu bearbeitenden Lötstelle anschmiegt. Der direkte Kontakt mit der Lötspitze ist absolut kein Problem. Dieser Silikonschlauch ist bei mir seit mindestens 10 Jahren im Einsatz und ist noch nie ausgetauscht worden.

Viel Erfolg noch beim Löten und dem leider allzu oft erforderlichen Entlöten!

Einen guten Rutsch!

_________________
73 Winfried


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BeitragVerfasst: Di 27.12.2011 11:48 
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Beiträge: 9525
Hi,

eine beheizte hohle Lötspitze mit elektrischer Vakuumpumpe dahinter sollte eigentlich optimal sein...
Mit den ganzen Federdingern mit ruckartiger Absaugung kann ich mich nicht anfreunden.

73 de DL3KCZ Uwe


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BeitragVerfasst: Di 27.12.2011 12:41 
dc0vd hat geschrieben:

eine Entlötpumpe (Marke Noname, ähnlich der Abbildung von Philipp) ist bei mir schon seit vielen Jahren im Einsatz aber mit folgender Modifikation:

Auf die Teflonspitze habe ich ein etwa 10 mm langes Stück Schlauch aus klarem Silikongummi gesteckt. (Dieser hitzebeständige Schlauch wird häufig zur Isolierung von sich erhitzenden Leitungen verwendet) Dadurch wird die Teflonspitze vor dem "Verbrutzeln" geschützt und die Saugleistung wird verbessert


Bist Du sicher, dass die Spitze aus Teflon ist?
Teflon kann nicht verbrutzeln und ist nicht brennbar.

Bei meiner Intravac ist die Spitze aus Teflon und immer noch wie neu.

73
Peter


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BeitragVerfasst: Do 30.8.2012 10:05 
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Wohnort: JO43XT
Moin,
ich kann auch nur berichten, das meine ERSA seit 10 Jahren gute Dienste leistet. Probleme wie sie beschrieben wurden sind noch nie aufgetreten. ( Die Entlötpumpe liegt übrigens nicht, seit über 10 Jahren jungfräulich in der Lötkiste........ :busch: .

Vy 73 Michael

_________________
Dinge wahrzunehmen ist der Keim der Intelligenz.


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BeitragVerfasst: Do 30.8.2012 11:39 
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Registriert: Di 28.12.2004 16:49
Beiträge: 1142
Wohnort: Bozen Südtirol Italien
DJ7WW hat geschrieben:
Teflon kann nicht verbrutzeln und ist nicht brennbar.

Bei meiner Intravac ist die Spitze aus Teflon und immer noch wie neu.


Teflon kann aber schmelzen und bei über 400°C werden sogar giftige Stoffe frei.
Also ich kenne genug Leute die ihre Lötkolben bei über 400°C betreiben.

_________________
Simon
IW3BWH


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