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BeitragVerfasst: Mi 17.10.2012 11:24 
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Hallo zusammen,

unter http://elektronikbasteln.pl7.de/superhe ... ilter.html ist ein einfach nachzubauender AM-Superhet-Empfänger beschrieben. Das Spulenwickeln entfällt übrigens, da der Empfänger mit Festinduktivitäten auskommt. Bei mir gelang guter Fernempfang auf Mittelwelle mit einem sieben m langen Draht, der als Antenne im Keller verspannt war.

Bild
Der Empfänger als Versuchsaufbau.

Dass das dort verwendete Quarz-Ladder-Filter für AM funktioniert, hat mich selbst sehr überrascht. Ich habe es einfach nach Gehör abgeglichen, obwohl ich die entsprechende Messtechnik für die Filterkurvendarstellung besitze.

Wer will, kann den Empfänger für Kurzwelle und SSB erweitern. Ich meine, dass solche Schaltungen ein idealer Einstieg in die Empfängertechnik sind. Ich denke zum Beispiel auchl an OVs, die mit einem Bastelabend auf sich aufmerksam machen wollen.

Wie dem auch sei, habe ich jeden Abend Freude damit Mittelwellensendern zu lauschen. Ein selbst gebautes Radio klingt bekanntlich immer am schönsten.

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vy 73 Volker / SM5ZBS

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BeitragVerfasst: Mi 17.10.2012 11:50 
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Hi,
es gibt fertige 10,7 Mhz AM Filter . Sind gelegentlich in alten Autoradios zu finden.
Für den Ladder Filter würde ich nur Quarze aus EINER Bestellung nehmen, nicht diverse Firmen mischen. Bei Reichelt oder Pollin gibts günstige Quarze.
Hab früher mal ein 80m Empfänger mit "zufälligen" TV Quarzen gebaut, war auch sehr wellig.
Wer kein HF Abgleich machen kann sollte das Signal zumindest mal auf die Soundkarte geben und am PC analysieren.

73 de DL3KCZ Uwe


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BeitragVerfasst: Mi 17.10.2012 12:00 
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Hallo Uwe,

das ist richtig. Wie Quarz-Ladder-Filter nach allen Regeln der Kunst aufgebaut werden, ist unten im Link beschrieben. Es gehen auch überbreite Quarzfilter durch Kompensation des Cp im Ersatzschaltbild des Quarzes. Wer es perfekt machen will, misst jeden Quarz einzeln aus, um diejenigen mit den geringsten Abweichungen zu finden. Das wird dann mein nächstes Projekt. Wichtig ist auch die richtige Anpassung des Filters. Das war bei meinem Projekt nicht so aussschlaggebend. Ich warte noch, bis das Säckchen mit den Quarzen per Post kommt.

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vy 73 Volker / SM5ZBS

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BeitragVerfasst: Mi 17.10.2012 15:11 
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Hallo zusammen!

Bild

Jetzt gehts ja erst richtig los. 200 Quarze sind angekommen. Davon müssen 8 gefunden werden, die untereinander eine möglichst geringe Abweichung haben. Bin ja mal gespannt, wie dann das Radio klingt. Und vorne kommt ein Ringmischer hin.

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vy 73 Volker / SM5ZBS

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BeitragVerfasst: Mi 17.10.2012 16:03 
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Hi,

ich hätte die grossen Quarze genommen, angeblich sind die Gütedaten besser. Bei AM isses eh egal wenn die Quarze 1/2 Khz streuen ;)

Ich hab meine nur nach Frequenz ausgemessen. Sicher gibts da noch kleine Abweichungen in der Halterkapazität aber das kann man ja eh mit Trimmern in der fertigen Schaltung ausgleichen. Lohnt aber nur für CW Filter...

Auf jeden Fall mal durchwobbeln dann siehst du ob die Abschlussimpedanzen stimmen...

Nur NP0 Keramik C verwenden bei Schmalbandfiltern.

Du musst auch bei der 3. und 5. , 7,... Oberwelle noch mit durchgang rechnen. Ev. Parallelschwingkreis in der Anpassung vorsehen.

Zum sortieren kannst du dir ein grosses Blatt Papier nehmen, die Frequenzen alle 100 Hz drauf schreiben und Häufchen bauen.
Geht schneller als wenn man jeden einzelnen Quarz mit Edding beschriftet.

Ein kleiner Frequenzzähler mit nem PIC ( SPRUT Webseite ) gehört auch noch ins Radio.

73 de DL3KCZ Uwe


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BeitragVerfasst: So 4.11.2012 15:11 
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Hallo Uwe,

die kleinen Quarze im "low profile"-Gehäuse sind tatsächlich weniger geeignet. Besonders bei AM-Filtern verläuft die linke Flanke flacher. Dies liegt meiner Ansicht an der höheren Eigeninduktivität, welche im Quarzersatzschaltbild vorkommt. Unter

http://elektronikbasteln.pl7.de/quarz-l ... ieren.html

habe ich mal meine Erfahrungen mit dem Bau von Quarz-Ladderfiltern zusammengefasst.

Die Mühe des Filterselbstbaus kann man sich sparen, da diverse Amateurfunkzeitschriften unterschiedliche Filter anbieten. Man kann sich die ganze Bastelei auch vollständig sparen, wenn man einen industriell hergestellten Kurzwellenempfänger kauft :D :D :D .

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vy 73 Volker / SM5ZBS

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BeitragVerfasst: So 4.11.2012 18:29 
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Hi,
Ladderfilter sind immer " schief".
Lässt sich eben nur vermeiden wenn man Filter in Brückenschaltung baut und die genau abgestimmten Quarze dafür hat.
Aber Fertigfilter 40 Euro, Eigenbau 4 Euro :=)

Meistens kommt man mit Ladderfilter aus wenn man einfach genug Quarze nimmt damit die Flankenvorgabe eingehalen wird. Wenn eine Seite besser ist störts ja nich ;)

Bei Profiempfängern muss ein Gerät wies andere sein, da kommt Filter selberbauen nicht in frage.

Aber kaufen kann jeder...da fehlt der Spassfaktor wenn man mal was selbst gebaut hat UND es funktioniert :=).

Ich bastel grad an einem Langwellenaudion da ich ein uralten LW Konverter mal wieder zum Leben erwecken will ;)

73 de DL3KCZ Uwe


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BeitragVerfasst: So 11.11.2012 8:28 
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hallo Volker,

herzl. Dank für die Anleitung.

Das Einzigste was ich nicht verstehe ist die immer wiederkehrende "möglichst ohne Spulen" Idee. Es schürt bei den Anfängern Angst vor dem Spulenwickeln, viele denken die Hürde sei viel zu hoch.
Dabei kann man doch mit einer Handvoll Amidonringen und ein par Metern Draht so ziemlich jedes ZF Filterchen mit hoher Nachbausicherheit für Anfänger entwerfen, die Kosten sind auch moderat.

lG Martin


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BeitragVerfasst: So 11.11.2012 9:10 
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Hi,
werde heute an meinem Langwellen Audion weiter bauen ;)
Bin ja mal gespannt ob das was brauchbares wird. Grundlage ist ein uralter Langwellenvorsatz für ein UE12. Ich verwende nur den Drehko mit Getriebe und die Topfkernspule für LW. Rest wird neu in Halbleiter gebaut ;)

73 de DL3KCZ Uwe


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BeitragVerfasst: Di 20.11.2012 9:44 
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@Mchen: Ich persönlich kenne diese "Angst" vor dem Spulenwickeln. Viele Anfänger haben halt keine Messgeräte zu Hause, dazu kommt oft das geeignete Spulenkörper schlecht erhältlich oder zu teuer sind (3€ für ein stück plastik)
Ich schlachte daher schon mal ab und zu defekte Radios. Allerdings haben sich bei mir öfters selbstgewickelte Spulen als Fehlerquelle gezeigt.

Plane übrigens grad an zwei Projekten (da ich grad mit nem ne602 am basteln bin) NE602 - Keramikfilter - TA7642 als ZF Verstärker und TDA7052. Der NE602 wird mit nem LC oscillator angesteuert werden.
Und dem BEAST-1 Audion von B.KAINA mit austauschbaren Spulen


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BeitragVerfasst: Mi 9.10.2013 15:41 
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Hallo zusammen,

mit dem Radio hatte ich schon vor einem Jahr angefangen. Es ist unter http://elektronikbasteln.pl7.de/superhet...uarzfilter.html beschrieben. Damals ist mir allerdings keine gute ZF-Filterkurve gelungen. Vor allen Dingen war die Weitabselektion schlecht. Jetzt sieht die Filterkurve wirklich gut aus:

Bild

Die Weitabselektion ist noch mindestens 10 dB besser, wie Messungen mit einem aktiven Tastkopf zeigten. Die Höcker im Durchlassbereich sind so gewollt und gehörmäßig unbedeutend.

Und so sieht der Sweep über fast die ganze Mittelwelle aus:

Bild

Das Filter hat ein paar Besonderheiten:

Bild

Für die Weitabselektion gibt es einen LC-Schwingkreis mit kapazitiver Anpassung. Für die Flankensteilheit sorgen die beiden Spulen L2 und L3 parallel zu den beiden äußeren Quarzen des Ladderfilters. Die beiden Trimmpotis dienen zur Korrektur der Impedanzanpassung. Damit bekommt man die Welligkeit weg. Wie die Trimmpotis für ein optimale Kurvenform einzustellen sind, bekommt man mit etwas Übung heraus. Die Kunst ist es mit so wenigen Quarzen ein möglichst breitbandiges Filter zu erstellen, das noch für AM geeignet ist. Schmalbandige Quarz-Ladderfilter sind kein Problem. Mehr als 5,5 kHz Bandbreite bei einer ZF vo 4,43 MHz werden allerdings kaum möglich sein. Deshalb klingt das Radio etwas quäkig wie ein Telefon.

Wichtig für den Aufbau des Quarzfilters ist eine große Massefläche, um ein gute Sperrdämpfung zu ereichen. Ein- und Ausgang müssen weit auseinander liegen. Auf Schönheit kommt es nicht an:

Bild

Und so sieht der vorläufige Versuchsaufbau aus:

Bild

Es fehlt noch eine HF- und ein NF-Stufe für mehr Verstärkung. Eine Schwundregelung fehlt auch noch. Da die ZF bei 4,43 MHZ liegt, ist die Spiegelfrequenz so hoch, dass ein Tiefpass mit 2 MHz Grenzfrequenz am Eingang für die Spiegelfrequenzunterdrückung ausreicht. Dennoch möchte ich das zweite Plattenpaket des Drehkondensators noch für ein mitlaufendes selektives Filter nutzen, um die Kreuzmodulationsfestigkeit weiter zu verbessern.

Bei einem vernünftigen Aufbau mit besserer Masseführung und einer abgeblockten Spannungsversorgung für jede Stufe wird das Radio bestimmt noch besser spielen. Hier eine Hörpbrobe des ersten Versuchsaufbaus:

http://youtu.be/s7UFFQIGjdk

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vy 73 Volker / SM5ZBS

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BeitragVerfasst: Mi 9.10.2013 17:47 
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Hi,
Kompensatiosnspulen dürfen kein Streufeld haben. Also Doppellochkerne oder zumindest Ringkerne nehmen.
Ich würde für AM Doppelsuper 10,7 Mhz -455 Khz bauen, hab da genug Keramikfilter in diveresen Bandbreiten da.

Alternativ AM Ladderfilter auch so 10-20 Mhz Bereich Quarze benutzen.
Ab ZF Eingang alles in ne Blechdose rein damit du keine Einstreung von aussen hast.

Was ich mit AADE Filte berechnet hab ging auch ganz gut ohne extra Trimmer im Filter.

Fürn Filter mit 5 Quarzen langts eigentlich wenn man so 25 Quarze bestellt bei Reichelt wenns die gleiche Charge ist. Hab die auch nur auf Frequenz ausgemessen und sortiert.

73 de DL3KCZ Uwe


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BeitragVerfasst: So 17.11.2013 18:30 
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Hallo zusammen,

das Projekt ist abgeschlossen. Den Empfänger habe ich seit einer Woche getestet. Über das Ergebnis bin ich positiv überrascht. Gerne würde ich hier und da noch etwas verbessern. Leider fehlt mir die Zeit dazu. Viel mehr wird man auch nicht mehr herausholen können mit so einem relativ einfachen Konzept. Auf Mittelwelle ist nach meinen Vergleichsversuchen der Empfänger was die Klangqualität und das Rauschen angeht besser als mein alter Yaesu FT-747GX.

Das aktuelle Schaltbild und die Hörproben sind am Ende der nachfolgenden Seite zu finden:

http://elektronikbasteln.pl7.de/verbess ... ilter.html

Viel Spaß beim "Radiobasteln" ganz ohne Wickeln von Spulen und HF-Übertragern. Wer das dennoch will, weiß, wo man die HF-Übertrager einbauen kann.

Nachtrag: Ganz fertig ist das Projekt doch nicht. Das Radio ist immer noch als Versuchsaufbau vorhanden:

Bild

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BeitragVerfasst: Mi 4.12.2013 7:17 
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Hi Volker,
bin auch noch am knobeln wie ich mein 80m SSB Rx 10,7 Mhz ZF auf mehrere Bänder erweitere. Da müsste man den VFO umschalten und wohl auch pro Band temperaturkompensieren...

Klassisch macht man das ja mit Drehschalter der die Spulen im VFO umschaltet. Dazu braucht man aber wieder eine Achsverlängerung weil der Schalter ja in der VFO Dose sitzen muss. Mit Dioden schalten gefällt mir auch nich so. Hab jetzt bistabile Relais bekommen, mal sehen ob das ein guter Ansatz ist.

73 de DL3FOX Uwe


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