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 Betreff des Beitrags: Störungen durch DSL
BeitragVerfasst: Fr 6.10.2006 23:06 
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S3
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Registriert: Do 30.3.2006 20:05
Beiträge: 11
Wohnort: Deckenpfronn
Hallo,
ich bin seit über 30 Jahren Kurzwellenhörer und bereite mich gerade auf die Amateurfunkprüfung vor. Leider wird mir im Moment die Freude an der Kurzwelle ziemlich verdorben: Seit ich DSL habe, habe ich massive Störungen, die von den Telefonleitungen abgestrahlt werden.

Vielleicht kurz die Situation: Unser Haus besteht aus 2 ETWs, mir gehört die untere. Das Telefonkabel kommt im EG in meiner Garage aus dem Boden, ist dann Aufputz an einer Aussenwand (aussen) bis unter das Dach geführt und wird von dort aus auf die 2 ETWs verzweigt. Innen sind keine Leerrohre verbaut, ich kann die Leitungen also nicht durch geschirmte auswechseln.

Ich benutze im Moment noch eine sehr gute Zimmer-Aktivantenne, plane aber eine Aussenantenne - und leider stört diese Telefonleitung auch dort, da sie an einer Aussenwand verlegt ist.

Zu der Störung: Breitbandiges, sehr aggressives Prasseln und Klopfen, vor allem zwischen 3.5 und 4 MHz mit bis zu S9+20, aber auch auf den Bändern bis ca. 10MHz zu hören.

Ich habe mit der Regulierungsbehörde telefoniert. Dort sagte man mir, dass ich mich ja selbst störe, da die Störung auf meinem Grundstück erzeugt würde. Dafür wäre man nicht zuständig; erst dann, wenn ich durch andere gestört würde. Ich müsste die Störung selbst beseitigen.

Dann rief ich bei der Telekom an. Diese hat die Leitung durchgemessen und für in Ordnung befunden - DSL tut ja. Funkstörungen sind für die Telekom kein Thema, nur die Funktion. Für Funkstörungen wäre die Regulierungsbehörde zuständig. Ich stehe also wieder am Anfang.

Zusagen wäre noch, dass ich nur die DSL-light-Variante mit 700k/s habe, deren Träger bis ca. 510 kHz gehen. Es ist für mich nicht einzusehen, dass diese Leitung bis in die Kurzwellenbänder hinein stören soll. Vielleicht werden die Störungen ja auch garnicht von den DSL-Frontends der Telekom erzeugt, sondern gelangen unterwegs auf die Leitung. Ich habe das Gefühl, dass das Störsignal nicht differenziell zwischen den Adern anliegt, sondern dass beide Adern im Gleichtakt gegen Erde strahlen. Ein grosser Ferritkern auf einem 10m langen Teilstück hat nämlich keine Verbesserung gebracht.

Was würdet ihr in so einem Fall unternehmen? Ich habe mir überlegt, im Keller, wo das Telefonkabel in's Haus kommt, die Leitung zu kappen und Tiefpässe einzufügen, die alles über ca. 550kHz abblocken, vor allem gegen Erde. Ferner habe ich daran gedacht, die Telefonleitung an den zugänglichen Stellen mit Ferritkernen zu symmetrieren, um die Abstahlung weiter zu dämpfen. Ich habe Nachrichtentechnik studiert, 25 Jahre Berufserfahrung und ein umfangreiches Elektroniklabor. Technisch gesehen könnte ich diese Massnahmen durchführen. Nur - darf ich das überhaupt? Mir bleibt ja eigentlich keine andere Wahl.

Trotzdem wollte ich vorher gerne bei euch um Rat fragen; vielleicht habe ich ja etwas übersehen, oder es gibt eine einfachere Lösung. Auf jeden Fall schon einmal herzlichen Dank für eure Hilfe!

Viele Grüße
Horst


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BeitragVerfasst: Sa 7.10.2006 0:25 
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Registriert: Mi 10.5.2006 12:21
Beiträge: 3574
Wohnort: JO62PM und JO30TT
Zu den symmetrischen Leitungen der Telekom

Die sind schon recht symmetrisch, haben aber auch einen Mantel, der auf Erde liegt, zumindest unterirdisch. S9+20 ist recht wild.
Ich bin nicht auf dem aktuellen Stand, was man an Telefonkabeln machen darf, auch nach dem Übergabepunkt. Haben die im Haus verlegten Kabel einen auf Erde liegenden Mantel?

Ich würde vorschlagen, direkt am Übergabepunkt einen Accesspoint WLAN hinzusetzen zwecks Trennung NF und HF. Dann sollte ja eigentlich nicht mehr HF auf den Kabeln sein.

73 de DL2JAS

_________________
mir haben lehrer den unterschied zwischen groß und kleinschreibung und die bedeutung der interpunktion zb punkt und komma beigebracht die das lesen eines textes gerade wenn er komplizierter ist und mehrere verschachtelungen enthält wesentlich erleichtert


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BeitragVerfasst: Sa 7.10.2006 8:12 
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Registriert: Do 16.6.2005 22:35
Beiträge: 1143
Wohnort: Gehrden bei Hannover JO42SH
Hi,
mit einem Access Point kann man sich aber auch die Pest ins Haus holen.
Ein bekannter OM schaltet seinen immer ab, wenn er Kurzwelle machen will, weil irgendwelche internen Taktfrequenzen die Kurzwelle zumüllen. Allerdings hat er dadurch nicht 9+20, sondern deutlich weniger. Er hat zwei Points im Haus. Einer steht im Keller, einer auf dem Dachboden. Das muß nicht zwangsläufig bedeuten, daß alle Access-Points Störungen in dem Maße produzieren, es besteht aber ein deutliches Risiko. Meiner ist ruhig...zumindest ruhiger als die anderen Störquellen im Nahfeld.
Was die Telefonleitungen angeht...soweit ich informiert bin, darf man ab dem Übergabepunkt (TAE-Dose) selbst eingreifen, sofern man die Telekom-Einrichtungen nicht gefährdet. Also keine Spannungen einspeisen, hi...
Tiefpässe sollten also unproblematisch sein. Es ist allerdings möglicherweise dann problematisch, wenn Dein DSL irgendwann nicht richtig läuft, weil die Telekom irgendwo Probleme hat. Wenn dann mal ein Techniker zu Dir hinausfährt, um den Fehler vor Ort zu analysieren wird er die Tiefpässe sehen und naturgemäß die Störungsursache darauf schieben wollen (ist ja einfacher, als die wirkliche Ursache zu ermitteln)
Die Tatsache, daß trotz der maximalen Trägerfrequenz von etwa 500kHz Störungen bis in den MHz-Bereich fallen wird an der Kurvenform der Signale liegen. Ein 500kHz Rechteck o.ä. beinhaltet eine Menge Oberwellen. Ich hoffe nur, daß Deine DSL-Anwendung auch mit durch den Tiefpass verschliffenen Flanken klarkommt. :oops:
Viel Erfolg.
Wilfried


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