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 Betreff des Beitrags: Unwort Predistortion
BeitragVerfasst: Mo 30.4.2018 20:28 
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Schöner Kommentar von Hajo, DJ6HP:

Zitat:
Das Unwort Predistortion

Die Digitalelektronik vermag auch im Amateurfunk Dinge zu realisieren, die altgedienten OM teils als Teufelszeug erscheinen. Aktuell ist es Predistortion. Darunter versteht man die elektronische Verzerrungs-Gegenkopplung von Linear-Verstärkern, wodurch bisher unerreichte IM3-Dämpfungen von mehr als 50 dB möglich werden.

Die notwendige Software ist in modernen SDR-Geräten implementiert und die zugehörigen Endstufen liefern das abgedämpfte Bezugssignal, mit dem die Entzerrungs-Elektronik geimpft wird.
Es ist unbestritten: Predistortion ist inzwischen Stand der Technik und erfordert daher auch Geräte und Software, die diesem „State oft the Art“ Genüge tun. Allerdings ist es oft befremdlich, wie mit dem neuen technischen „Segen“ umgegangen wird. Nahezu täglich wird man als Verwender herkömmlicher Technik darauf hingewiesen, dass das eigene abgestrahlte Signal mit einem IM3- Wert von weniger als 30 dB nicht mehr akzeptabel sei und die NF-Bandbreite mit mehr als 2,7 kHz zudem nicht der Norm entspräche. All dies sei auf dem Bildschirm des anscheinend fachkompetenten Kritikers zu sehen und man könne auch, wohl als eine Art Service, bei Angabe der Email-Adresse ein Screenshot als Beleg erhalten. Besonders Eifrige bieten sogar Life-Rückspielungen an, die allerdings oft mehr an Rückspülungen erinnern.

Anfangs war ich an dem ein oder anderen Hinweis zu meinem Signal interessiert, aber gegenwärtig gibt es immer mehr „Erleuchtete“, die mit geradezu stoischer Penetranz IM3-Rapporte erteilen und diese zudem unter stolzer Angabe der verwendeten Hard- und Software ausführlich kommentieren. Mich bedrückt hierbei das Gefühl, dass inzwischen eine Art „IM3-Paparazzi“ generiert wurde, die ständig das Wasserfall-Spektrum breitbandig im Auge haben, um die vermeintlich ungebändigten Endstufen zur Ordnung zu rufen.

Diese nötigenden Angriffe auf mein Endstufen-Spektrum empfinde ich nun doch in zunehmendem Maße als Einmischung in meine „Amateurfunk-Privatsphäre“ und vor allem in die meiner verwendeten Geräte, die bereits seit Jahrzehnten ihren Dienst tun, ohne solche teils vernichtende Kritik ertragen zu müssen. Um sie am Leben zu erhalten, waren bisher lediglich ein paar ohmsche und kapazitive „Unpässlichkeiten“ zu heilen. Wenn ich aber höre, dass SDR-Geräten nahezu jeden Tag ein neues Leben in Form von upgedateter Software eingehaucht werden muss, dann frage ich mich doch allen Ernstes, welche Seele sich in diesen Geräten bilden kann und wie man sich als OM damit verbunden fühlen soll.

Vielleicht sollte ich mich doch wieder ins IM3-ferne CW-Asyl zurückziehen.

Hajo, DJ6HP


Quelle: http://funkperlen.blogspot.de/

_________________
73
Karsten
DK7BY


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 Betreff des Beitrags: Re: Unwort Predistortion
BeitragVerfasst: Mo 30.4.2018 21:21 
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Beiträge: 20
OM Hajo, DJ6HP, ich denke Du beschreibst genau das, was viele Funkamateure zunehmend nervt.
Diese " Superfunkamateure " und ihre Belehrungen sind oftmals wirklich nur schwer zu ertragen.
Das war aber wohl immer schon ein Problem dieser Erleuchteten, vornehmlich in den 80m Runden.
Als es noch keine Predistortion gab, erteilte diese Herren oftmals den Ratschlag: Geh doch mal zu
deinem OVV und lass dir deine Modulation einstellen.
Wie sich doch die Dinge gleichen.

73 Gold7


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 Betreff des Beitrags: Re: Unwort Predistortion
BeitragVerfasst: Mo 30.4.2018 21:55 
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Registriert: So 5.4.2015 14:35
Beiträge: 3453
DK7BY hat geschrieben:
Schöner Kommentar von Hajo, DJ6HP:

Zitat:
Das Unwort Predistortion

Die Digitalelektronik vermag auch im Amateurfunk Dinge zu realisieren, die altgedienten OM teils als Teufelszeug erscheinen. Aktuell ist es Predistortion. Darunter versteht man die elektronische Verzerrungs-Gegenkopplung von Linear-Verstärkern, wodurch bisher unerreichte IM3-Dämpfungen von mehr als 50 dB möglich werden.

Die notwendige Software ist in modernen SDR-Geräten implementiert und die zugehörigen Endstufen liefern das abgedämpfte Bezugssignal, mit dem die Entzerrungs-Elektronik geimpft wird.
Es ist unbestritten: Predistortion ist inzwischen Stand der Technik und erfordert daher auch Geräte und Software, die diesem „State oft the Art“ Genüge tun.


Von Stand der Technik kann keine Rede sein, die dazu benutzten Gerätschaften sind eher Experimentiergeräte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Unwort Predistortion
BeitragVerfasst: Di 1.5.2018 7:22 
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eben, so lange PD nicht wenigstens in die FW, also eigenständig ohne passende SW läuft ist es eine reine Zugabe.
Leider animiert das noch weniger OM´s PA´s mit guten IMD verhalten zu bauen, so nach dem moto PD wirds schon richten.

Ich benutzte selber SDR, PD ist bei mir aus, brauch ich nicht, um 40db IMD3 habe ich auch so...

Auf das andere "gesülze" von möchtergern "Auskennern" achte ich nicht, nur leider nimmt die Anzahl dieser ungebremst zu...

Es sollte auch beachtet werden, das der ganze HPSDR sektor als absolut Betastatus zu betrachten ist, selbst die entwickelte HW von Apache ist Beta, das vergessen wohl viele...

_________________
73´René


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 Betreff des Beitrags: Re: Unwort Predistortion
BeitragVerfasst: Di 1.5.2018 10:13 
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Registriert: Di 26.8.2008 22:59
Beiträge: 9584
Und wer einen immer so dumm anlabert wegen IMD..der soll auch mal Geld verteilen damit sich jeder "Stand der Technik" kaufen kann..

Nich jeder ist mit dem goldenen Löffel im Mund geboren worden..manchmal sind auch Familie , Haustiere, Urlaub..wichtiger als jeden Euro ins Funkhobby zu stecken.

73 de DL3FOX Uwe

_________________
Heute im Angebot: Die Service Wüste


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 Betreff des Beitrags: Re: Unwort Predistortion
BeitragVerfasst: Di 1.5.2018 10:19 
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Registriert: Fr 23.1.2009 12:23
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rejection hat geschrieben:
...Von Stand der Technik kann keine Rede sein, die dazu benutzten Gerätschaften sind eher Experimentiergeräte.

DJ1YR hat geschrieben:
...eben, so lange PD nicht wenigstens in die FW, also eigenständig ohne passende SW läuft ist es eine reine Zugabe.
Leider animiert das noch weniger OM´s PA´s mit guten IMD verhalten zu bauen, so nach dem motto PD wirds schon richten...
Und dann sind im Hause der selbsternannten Experten noch nicht einmal die richtigen Messgeräte vorhanden, um das gesamte Ausmaß dieser bösen Tat genannt Predistortion zu erkennen. :shock:
Sicher, Predistortion ist in der kommerziellen Sendewelt seit mehr als 20 Jahren Standart und gerade bei den digitalen Sendearten nicht mehr wegzudenken. Aber die Umsetzung im Amateurfunkbereich ist dann doch noch recht jämmerlich.
Da wird dann ein Wettlauf um die niedrigsten IMD3 und IMD5 Werte gemacht, ohne die Folgen auf die gesamte Aussendung zu beachten. Wie auch, ist der als SpA missbrauchte SDR-Empfänger doch garnicht in der Lage mehr als -50dBc zu messen. :shock:
Während sich also im Bereich IMD3 bis IMD5 tatsächlich Verbesserungen von 10 bis 15dB erzielen lassen, wird gerne übersehen, dass im selben Moment IMDs höherer Ordnung um mindestens denselben Betrag nach oben gezogen werden.
Und genau diese machen ein Signal doch erst breit. :!:
Bezogen auf die -60dBc Bandbreite habe ich noch kein SDR-Signal gesehen, das auch nur ansatzweise an meinen TS830 oder gar dem FT102 heranreicht. Und diese Geräte sind mehr als 35 Jahre alt...
Nicht umsonst wird bei der ARRL schon seit längeren IMD9 aufgelistet. :idea:
So wünscht man diesen selbsternannten Experten am besten ein freundliches Glückauf und merkt an dass der Gesprächsbedarf gedeckt ist. Was soll ich mich denn mit jemanden über eine Sache unterhalten von der er keine Ahnung hat :?:
Diese Pseudowissenschaftler sind in der SDR-Fraktion in der Tat recht zahlreich vertreten :wink:
Ich wünsche euch noch einen schönen entspannten Feiertag.
André


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 Betreff des Beitrags: Re: Unwort Predistortion
BeitragVerfasst: Di 1.5.2018 10:41 
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Registriert: Sa 26.3.2016 19:45
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Vielleicht sollte man bei den Erbsenzählern selbst mal messen: zitiert aus https://de.wikipedia.org/wiki/Intermodulation (ich habe sicherheitshalber erst nachschauen müssen, was die homöopathischen IMD Produkte bedeuten).
Zitat:
Innenohr (Cochlea)
Intermodulationsverzerrungen treten auch im Innenohr von Säugetieren durch die nichtlinear-verstärkenden Eigenschaften der Hörschnecke (Cochlea) auf. Diese Verzerrungen sind unter bestimmten Umständen wahrnehmbar und auch messbar. Diese so genannten distorsiv produzierten otoakustischen Emissionen (DPOAEs https://de.wikipedia.org/wiki/DPOAE) lassen sich diagnostisch erfassen und auswerten.
73 Peter


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