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 Betreff des Beitrags: Second Life BLF188XR (Eintakt)
BeitragVerfasst: Do 28.12.2017 18:14 
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Moin, ich möchte mal ein wenig verrücktes Projekt vorstellen..
Zum Hintergrund:
Ich habe einen BLF188XR Transistor , der in einer 50V Gegentakt-PA verbaut war gekillt.
Das ganze ist eine längere Story und soll hier nicht Thema sein.
Ich habe festgestellt, daß bei dem BLF188XR nur eine Hälfte (links) defekt ist.
Dies ist wohl fast immer so, wenn es "geknallt" hat.
Nun war mir der Transistor zu Schade zum wegwerfen, da ja noch eine Hälfte o.k. ist!
Also habe ich mal alte Schaltungsunterlagen zu einer KW-Eintakt PA gesucht.
Da ich nun mutig war, habe ich den BLF188XR ala W6PQL auf eine 10mm Kupferplatte gelötet (Kochplatte).
Das hat tatsächlich bei ca. 250Grad C. mit SMD Lötpaste geklappt.
Dann das ganze mit WLP auf einen etwas größeren Alu-Kühlkörper geschraubt.
Dann habe ich eine BIAS Stromversorgung mit LM723 gebaut.
Man benötigt etwa 1,8-2.0 V für 1A Ruhestrom.
Normalerweise läuft der LDMOS mit ca. 2A Ruhestrom.
Als Grundlage diente in grober Näherung der Artikel von DK7ZB im Funkamateur 7/97.
Ein- und Ausgangstrafos sind mit Ringkernen realisiert.
Der Ausgangstrafo 1:4 auf einem FT140-77 bifilar mit 10 Windungen.
Der Rest ist wirklich als Experiment zu verstehen.
Es konnte ja nicht mehr viel schiefgehen...
Die PA läuft nun im Test ohne S/E Umschaltung etc.
Auf 7.100 Mhz kommen 150W bei 70mW Ansteuerleistung bei gutem Wirkungsgrad.
Im Eingang habe ich als Dämpfungsglied einen 47 Ohm Widerstand parallel zur BNC Buchse gelötet.
Leider fällt die Ausgangsleistung sehr mit der Frequenz ab.
Ab 21MHz ist die Schaltung unbrauchbar!
Muss ich mal schauen, ob ich finden kann, woran das liegt.
Ansonsten denke ich, das die Schaltung für 80m und 40m gut als 100W PA zu gebrauchen ist.
Wenn man die Eingangs- und Ausgangskreise optimiert, könnte man vermutlich an die 300W Nutzleistung erwarten.
Nicht schlecht für einen defekten Transistor!
Also nicht gleich entsorgen, wenn es mal geknallt hat bei der LDMOS PA.
Gruß, DL8BCN, Rainer


Dateianhang:
BLF188XR_Eintakt.jpg





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 Betreff des Beitrags: Re: Second Life BLF188XR (Eintakt)
BeitragVerfasst: Do 28.12.2017 21:22 
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DL8BCN hat geschrieben:

Als Grundlage diente in grober Näherung der Artikel von DK7ZB im Funkamateur 7/97.
Ein- und Ausgangstrafos sind mit Ringkernen realisiert.
Der Ausgangstrafo 1:4 auf einem FT140-77 bifilar mit 10 Windungen.


Ich kann mir nicht vorstelle, dass das ein geeigneter Kern ist.
Dafür werden normalerweise Kerne mit niedrigem µ eingesetzt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Second Life BLF188XR (Eintakt)
BeitragVerfasst: Do 28.12.2017 21:38 
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Moin, ich hatte zunächst mit einem roten AMIDON 130-2 Kern mit sonst gleichen Wickeldaten getestet.
Da kamen auf 40m nur ca. 65 W raus.
Mit dem FT140-77 waren es dann ca. 100Watt bei gleicher Steuerleistung.
Ich gehe daher davon aus, das der FT140 Kern der bessere für diese Anwendung ist.
Aber vieleicht irre ich da auch...
Gruß, DL8BCN,
Rainer

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 Betreff des Beitrags: Re: Second Life BLF188XR (Eintakt)
BeitragVerfasst: Do 28.12.2017 21:48 
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Klassisch bei Übertragern in KW-PAs ist Ferritmaterial -43; Pulvereisen ist als Übertrager nicht wirklich geeignet, obwohl man auch immer mal wieder Baluns oder sogar Übertrager in PAs findet mit Material -2; die sind aber mit dem u zu niedrig.


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 Betreff des Beitrags: Re: Second Life BLF188XR (Eintakt)
BeitragVerfasst: Do 28.12.2017 21:56 
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HB9EVI hat geschrieben:
Klassisch bei Übertragern in KW-PAs ist Ferritmaterial -43; Pulvereisen ist als Übertrager nicht wirklich geeignet, obwohl man auch immer mal wieder Baluns oder sogar Übertrager in PAs findet mit Material -2; die sind aber mit dem u zu niedrig.

Ich habe auch schon eine Menge getestet ... Material 43 funzt einfach am besten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Second Life BLF188XR (Eintakt)
BeitragVerfasst: Do 28.12.2017 22:08 
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DL8BCN hat geschrieben:
Moin, ich hatte zunächst mit einem roten AMIDON 130-2 Kern mit sonst gleichen Wickeldaten getestet.
Da kamen auf 40m nur ca. 65 W raus.
Mit dem FT140-77 waren es dann ca. 100Watt bei gleicher Steuerleistung.
Ich gehe daher davon aus, das der FT140 Kern der bessere für diese Anwendung ist.
Aber vieleicht irre ich da auch...


Eisenpulverkerne kannst Du dafür überhaupt nicht gebrauchen, der T130-2 ist ja einer.

Bei den Ferriten kommt es auf die Mischung an, FT140 zeigt nur die Größe, die richtige Mischung ist 43, Du brauchst also den FT140-43 wenn Du schon keine Rohrkerne benutzen willst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Second Life BLF188XR (Eintakt)
BeitragVerfasst: Do 28.12.2017 22:32 
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Nur zur Information:
Ich habe exellente Erfahrungen mit der Amidon 7051-43 Schweinenase gemacht.
Der ist klein, sehr leicht zu wickeln und soll 400 Watt können. Nachdem eine Windung RG174 (nur der Schirm) als primäre Windung aufgewickwelt ist, ist immer noch Platz für 5 bis 6 Windungen 1,3mm Draht.
Hier ein Link, da habe ich zwei in Reihe geschaltet, in der Hoffnung, dass die Transistoren das auch können ^^

73, der hans

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 Betreff des Beitrags: Re: Second Life BLF188XR (Eintakt)
BeitragVerfasst: Do 28.12.2017 23:45 
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Ich hab lange mit RK als Ausgangsübetrager rumgewurstelt; mit den Schweinenasen geht das doch viel einfacher und eleganter; die sind das Geld schon wert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Second Life BLF188XR (Eintakt)
BeitragVerfasst: Fr 29.12.2017 19:18 
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Hallo, ich teste gerade verschiedene Kerne und Wickelvorschriften.Das Thema Doppellochkern ist natürlich sehr intetessant, da inzwischen die meisten PA's damit gebaut werden.Ein Problem ist die Größe.Die richtig großen sind nicht so einfach zu bekommen.
Gruß, Rainer

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 Betreff des Beitrags: Re: Second Life BLF188XR (Eintakt)
BeitragVerfasst: Sa 30.12.2017 0:31 
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Zitat:
Die richtig großen sind nicht so einfach zu bekommen.

Warum? Der oben erwähnte Amidon 7051-43 ist direkt bei Amidon für 8,95 zu bekommen. Der sollte Deine "Halbleiche" vertragen können ;-)

Im Link der 3. von oben: http://www.amidon.de/contents/de/d656_01.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Second Life BLF188XR (Eintakt)
BeitragVerfasst: So 31.12.2017 15:50 
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Moin,
ich habe eben mal mit einem anderen Ausgangstrafo gebastelt.
Ich habe 2 Ferrit-Rohrkerne aus der Bastelkiste (Entstörkerne) zu einer "Schweinenase" zusammengelötet.
2 Messingröhrchen bilden die Primärwindung.
Ausgangsseitig sind 3 Windungen Teflonkabel eingezogen.
Das müsste dann einen 1:9 Trafo ergeben, wenn ich richtig liege.
Der Eingangkreis besteht immer noch aus einem Ringkern T68-2 / 10 Wdg. bifilar.
Sofort zeigte sich wesentlich höhere Ausgangsleistung wie folgt:
Die Ansteuerung geschieht mit einem DDS Generator (FeelTech) mit 20V, was an 50 Ohm etwa 170mW entspricht.
3,5 Mhz: 330W
7,0 Mhz: 280W
10,1Mhz: 250W
14,1 Mhz: 180W

Das ganze allerdings noch ohne Ausgangsfilter am Dummyload.
Ab 21Mhz fällt die Leistung stark ab.
Da gibt mein DDS Generator allerdings auch nur noch 5V ab und ich sehe 20Watt Output.
Nun ist noch der Eingangskreis dran.
Da will ich ebenfalls einen Doppellochkern verwenden.
Wie man sieht, ist der BLF188XR wirklich noch zu schade zum entsorgen... 8)

Gemessen habe ich die CW Leistung mit meinem LP-100A Wattmeter.
Dateianhang:
BLF188XR_Ausgangstrafo.jpg

Dateianhang:
Leistung auf 80m.jpg


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 Betreff des Beitrags: Re: Second Life BLF188XR (Eintakt)
BeitragVerfasst: So 31.12.2017 17:06 
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Zitat:
T68-2

Der Eisenpulverkern wird am Eingang auf den höheren Frequenzen das Problem sein. Wenn Du da mit einem Oszi gegenprüfen könntest, wird sich das sicher zeigen. Sonst ist er als Halbtoter mit (ungefilterten) 330 Watt garnicht so übel ;-) Zwei oder vier davon und Du kannst ne dicke PA bauen ;->


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 Betreff des Beitrags: Re: Second Life BLF188XR (Eintakt)
BeitragVerfasst: So 31.12.2017 17:07 
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Wohnort: 27432 Bremervörde
Habe eben mal gemessen und bin etwas über den Wirkungsgrad erstaunt:
Bei 300W Out auf 80m (ohne BPF am Ausgang) zieht der LDMOS einen Strom von 8,3 A bei 48V.
Das sind knapp 400W Eingangsleistung.
Also habe ich einen Wirkungsgrad von 75%.
Das kenne ich nur bei Class-C Endstufen.
Meine Läuft in AB (Ruhestrom 1A bei 48V).
Bei 200W sind es immer noch 56%, was immer noch ok ist.
Ein erfolgreiches, gesundes jahr 2018 an alle!!
73

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73 de DL8BCN
Rainer


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 Betreff des Beitrags: Re: Second Life BLF188XR (Eintakt)
BeitragVerfasst: So 31.12.2017 18:08 
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Beiträge: 745
Wohnort: Altenburg JO60FX
Hallo,

die CPU ist in der Kompression, was du misst, ist die Summenleistung, also auch die Oberwellen, welche nicht gerade gering sein werden.
Den Eingang mal mit nem BN202-43 in 4:1 + 12,5ohm Sekundärlast aufbauen, das ist recht breitbandig, denke mal so bis 250W out wird der Anstieg von Strom vs. Leistung noch linear sein, dann komprimiert es.

Aber schönes Experiment, muss auch mal nachschauen, habe bestimmt noch einige gehimmelte da...


dann noch guten Rutsch...!

_________________
73´René


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 Betreff des Beitrags: Re: Second Life BLF188XR (Eintakt)
BeitragVerfasst: Mo 1.1.2018 15:43 
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Hallo René, ich habe recht wenig Erfahrung mit Transistor PA's. Ist mein Ausgangstrafo denn im Prinzip so ok für Eintakt? Meistens findet man die Trafos nur für Gegentakt.Im Eingang habe ich den Ringkern ebenfalls rausgeschmissen und eine "Schweinenase" eingebaut.Die Messwerte bleiben aber gleich mit dem relativ starkem Abfall ab 21 Mhz. Sollte ja auch nur eine schnelle kleine Bastelei sein zum Erfahrungen sammeln.
Was meinst du mit CPU in Kompression? Die CPU im LP100A?
Ein frohes neues Jahr aus Bremervörde! 73 de DL8BCN.

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73 de DL8BCN
Rainer


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