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 Betreff des Beitrags: Bau einer LPDA für DVB-T2
BeitragVerfasst: Sa 7.10.2017 8:42 
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Liebe OMs und YLs,

vor einiger Zeit habe ich mir eine 1m lange LPDA zum Zwecke des Empfangs von DVB-T2 gebaut. Die Antenne sollte einen Bereich von 474-698 MHz abdecken. Als Boomrohr habe ich zwei 15mm eloxierte quadratische Aluminiumprofilrohre verwendet. Die Elemente sind 6mm dicke Messingrohre, in die ich jeweils Gewindebolzen (ebenfalls aus Messing) mit einer Messingmutter verlötet habe. Das Eloxat wurde an den Stellen, wo eine galvanische Verbindung hergestellt werden soll, mit Natronlauge weggeätzt.

Die Konstruktionsdaten habe ich mit LPDA Designer errechnen lassen und diese Werte verwendet.

Das Ergebnis, noch nicht 100% wetterfest, sieht so aus:

Bild

Auch vom empfangenen Signal her kann ich mich nicht beschweren, dies meldet mir der Receiver:

Bild

Signalstärke sei bei den relevanten Kanälen angeblich immer um die 50dBµV. Der Sender steht auch nur ca. 10km entfernt, bis auf ein, zwei Bäume und ein Hochhaus in der Fresnelzone quasi Sichtverbindung. Als ich die Antenne dann an einem VNA angeschlossen habe der Schreck. Das SWR bewegt sich teilweise in Bereichen, die ich zumindest in diesem Frequenzbereich nicht erwartet hätte:

Bild

Da gibt man sich so viel Mühe opfert ein halbes Wochenende für den möglichst exakten Bau (30 € fürs Metall: geschenkt) und das soll der Lohn sein? Ich würde zu gerne wissen, was hier schief gelaufen ist. An der Fehlanpassung VNA/Antenne (50/75 Ohm) sollte es m.E. eher nicht liegen.

73 Michael


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 Betreff des Beitrags: Re: Bau einer LPDA für DVB-T2
BeitragVerfasst: Sa 7.10.2017 9:46 
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Registriert: Di 13.12.2011 20:45
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Hallo,

eine Fracarro LP45NF wäre ein kommerzielles Pondon.
-> Eventuell das beschaffen und beide miteinander vergleichen.


peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Bau einer LPDA für DVB-T2
BeitragVerfasst: Sa 7.10.2017 12:00 
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Beiträge: 968
Ich habe Deinen Daten mal mit einer 8-Element LPDA verglichen, die im OV vor Jahren mal gebaut wurde und gut gehen soll, allerdings nie mit VNA nachgemessen. Ich wollte die nachbauen, habe auch Material vom Baumarkt und Unterlagen vom "Konstrukteur". Da meine alten Analog aber noch bestens gehen, liegt alles noch rum.

Zum Thema: "unsere" OV-LPDA ist für 200-800MHz ausgelegt, d.h. ~doppelte Elementlänge. Im Vergleich scheint Deine Bemaßung ok zu sein, bei 474MHz ist lambda/2 ~31,6cm, d.h. die 158mm je Seite beim längsten als schneller Check ist ok. Die OV-LPDA hat 382 bis 80 mm (1. bis 8.).

Ich vermute eher ein Meßproblem, bzw. ein Problem mit der Kabelführung. Im OV-LPDA werden U-Profile verwendet und das Kabel (vom kurzen Ende zum Mast) verläuft innerhalb des Profiles, Vormastmontage. Es kann sein, daß Deine Kabelführung die Elemente beeinflußt, dann noch der Mast mitten drin. Außerdem: kann regional abweichen, aber allgemein heißt es: vertikale Polarisation bei DVB-T. Allerdings empfange ich mit den alten Analogantennen ebenfalls horizontal, was soll's.

Messung: möglicherweise hast Du zuviel Anteil vom Feeder in der Messung und machst Dich unnötig verrückt. Frage dazu (ich kenne den VNA nicht, Messe bisher nur bis 100MHz und auch nur per Surplus-Wobbler mit Bildröhre - etwas altmodisch ....): Mißt Du TV-Signale oder hast Du gewobbelt ?? Falls Wobbeln möglich, ändere die Kabelführung (nur im Boom - d.h. Zwischenraum) und messe mal ohne Mast -- vielleicht mit Bindfaden am Baum oder ähnlich. Da alle Elemente "gespeist" werden, kann die nahe Elementumgebung etwas kritisch sein.

Vielleicht ist alles ok und nur die Meßanordnung nicht ......
73 Peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Bau einer LPDA für DVB-T2
BeitragVerfasst: Di 10.10.2017 19:40 
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dl6lat hat geschrieben:
Hallo,
eine Fracarro LP45NF wäre ein kommerzielles Pondon.
-> Eventuell das beschaffen und beide miteinander vergleichen.
peter


Danke für den Tipp, die sieht meiner schon sehr ähnlich, nur die Elemente sind dünner, ist das kritisch? Aber woher beziehen, LPDA zum UHF-Empfang scheinen hier nicht sehr verbreitet, wenn man sich so umschaut. Zum ersten Mal überhaupt aufgefallen ist mir das auf den Kanarischen Inseln, daher auch die Idee eine solche breitbandige Antenne selbst einzusetzen. Generell scheinen die dort wohl größeren Wert auf anständige UHF-Antennen zu legen (mein Eindruck), hierzulande greift ja immer mehr die Antennenfäule um sich.

db6zh hat geschrieben:
Ich vermute eher ein Meßproblem, bzw. ein Problem mit der Kabelführung. Im OV-LPDA werden U-Profile verwendet und das Kabel (vom kurzen Ende zum Mast) verläuft innerhalb des Profiles, Vormastmontage. Es kann sein, daß Deine Kabelführung die Elemente beeinflußt, dann noch der Mast mitten drin. Außerdem: kann regional abweichen, aber allgemein heißt es: vertikale Polarisation bei DVB-T. Allerdings empfange ich mit den alten Analogantennen ebenfalls horizontal, was soll's.

Messung: möglicherweise hast Du zuviel Anteil vom Feeder in der Messung und machst Dich unnötig verrückt. Frage dazu (ich kenne den VNA nicht, Messe bisher nur bis 100MHz und auch nur per Surplus-Wobbler mit Bildröhre - etwas altmodisch ....): Mißt Du TV-Signale oder hast Du gewobbelt ?? Falls Wobbeln möglich, ändere die Kabelführung (nur im Boom - d.h. Zwischenraum) und messe mal ohne Mast -- vielleicht mit Bindfaden am Baum oder ähnlich. Da alle Elemente "gespeist" werden, kann die nahe Elementumgebung etwas kritisch sein.

Vielleicht ist alles ok und nur die Meßanordnung nicht ......
73 Peter


Die Kabelführung ist wirklich suboptimal. Das Satellitenkabel hat nicht durch den Boom gepasst, deshalb "außenrum". Habe aber noch ein dünneres 75-Ohm Kabel hier (von mitgelieferter Zimmerantenne/DVB-T-Stick), das könnte ich durch den kalten Boom ziehen, dafür ist noch genug Luft. Der Mast muss bei mir leider aus statischen Gründen mittig bzw. am Schwerpunkt angebracht werden (keine geeignete Anbringungsmöglichkeit für Vormastmontage vorhanden, Mietwohnung und so), ist allerdings aus PVC. Welche Polarisation die Aussendung hat (Sender ist Karlsruhe-Grünwettersbach) ist mir nicht bekannt. Da gibt's wohl so viele Reflexionen dass es vermutlich eh wurscht ist.

Das VNA ist ein Agilent 8714ET. Es war eingestellt auf einen 400-800MHz Sweep. Also keine TV-Signale oder so :busch:. Davor wurde noch eine kommerziell gefertigte LPDA die ~200-2000MHz abdeckt zu Vergleichszwecken gemessen. Diese lieferte ein nicht zu beanstandendes SWR im ganzen Meßbereich. Dann werde ich wohl um einen kleinen Umbau nicht rum kommen. Da ich auch noch meine neue 2m-Yagi messen wollte kommt mir das sowieso nicht ungelegen.

73 Michael


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 Betreff des Beitrags: Re: Bau einer LPDA für DVB-T2
BeitragVerfasst: Di 10.10.2017 19:45 
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Michi1983 hat geschrieben:


Danke für den Tipp, die sieht meiner schon sehr ähnlich, nur die Elemente sind dünner, ist das kritisch? Aber woher beziehen, LPDA zum UHF-Empfang scheinen hier nicht sehr verbreitet, wenn man sich so umschaut. Zum ersten Mal überhaupt aufgefallen ist mir das auf den Kanarischen Inseln, daher auch die Idee eine solche breitbandige Antenne selbst einzusetzen. Generell scheinen die dort wohl größeren Wert auf anständige UHF-Antennen zu legen (mein Eindruck),


Sieht nicht danach aus, sonst hätten die richtige Yagis und keine LPDA.

Bei einer Antenne ist das SWR allerdings der unwichtigste Teil.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bau einer LPDA für DVB-T2
BeitragVerfasst: Di 10.10.2017 22:35 
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rejection hat geschrieben:
Sieht nicht danach aus, sonst hätten die richtige Yagis und keine LPDA.

Bei einer Antenne ist das SWR allerdings der unwichtigste Teil.


Hatten sie doch... fast immer nur diese dreiboomigen Yagis. Wüsste zu gerne, was das bringt und warum hier eher andere Bauarten vorherrschen. LPDA waren eher rar gesät.

Bild


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 Betreff des Beitrags: Re: Bau einer LPDA für DVB-T2
BeitragVerfasst: Mi 11.10.2017 9:58 
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Michi1983 hat geschrieben:
rejection hat geschrieben:
Sieht nicht danach aus, sonst hätten die richtige Yagis und keine LPDA.

Bei einer Antenne ist das SWR allerdings der unwichtigste Teil.


Hatten sie doch... fast immer nur diese dreiboomigen Yagis. Wüsste zu gerne, was das bringt und warum hier eher andere Bauarten vorherrschen. LPDA waren eher rar gesät.


Yagis haben einen ganz erheblich grösseren Gewinn als LPDAs.

Hier ist vermutlich die Entfernung zu den Sendern geringer, dafür reichen häufig sogar Zimmerantennen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bau einer LPDA für DVB-T2
BeitragVerfasst: Do 12.10.2017 16:08 
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rejection hat geschrieben:
Michi1983 hat geschrieben:
rejection hat geschrieben:
Sieht nicht danach aus, sonst hätten die richtige Yagis und keine LPDA.

Bei einer Antenne ist das SWR allerdings der unwichtigste Teil.


Hatten sie doch... fast immer nur diese dreiboomigen Yagis. Wüsste zu gerne, was das bringt und warum hier eher andere Bauarten vorherrschen. LPDA waren eher rar gesät.


Yagis haben einen ganz erheblich grösseren Gewinn als LPDAs.

Hier ist vermutlich die Entfernung zu den Sendern geringer, dafür reichen häufig sogar Zimmerantennen.


Vielleicht ist dieses Modell besser: https://www.reichelt.de/?ARTICLE=180660 ... illiger.de , denn der Bereich DVB-T ging an LTE und eine Sperre dagegen ist eingebaut und ist dadurch bei nur etwa 10dB Gewinn bestimmt besser.

Gruß
Gerhard


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 Betreff des Beitrags: Re: Bau einer LPDA für DVB-T2
BeitragVerfasst: Do 12.10.2017 16:52 
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DC4LO hat geschrieben:

Vielleicht ist dieses Modell besser: https://www.reichelt.de/?ARTICLE=180660 ... illiger.de , denn der Bereich DVB-T ging an LTE und eine Sperre dagegen ist eingebaut und ist dadurch bei nur etwa 10dB Gewinn bestimmt besser.


Da würde ich eher mit 6-7dB rechnen.

Dem OM ging es wohl um den Eigenbau.

Das Speisekabel sollte nicht am Boom entlang geführt werden, aber es verläuft sogar durch die Elemente.
Wenn die Impedanz des Speisekabels nicht mit der Fußpunktimpedanz übereinstimmt transformiert es natürlich.
Also erstmal ohne Kabel direkt am Speisepunkt messen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bau einer LPDA für DVB-T2
BeitragVerfasst: Fr 13.10.2017 12:23 
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Zitat:
fast immer nur diese dreiboomigen Yagis. Wüsste zu gerne, was das bringt


Das hatte ich schon mal in einem anderen Forum gefragt,
weil ich diese Bauform auf Fuerteventura gesehen hatte
und bekam folgende Antwort :
Zitat:
Die vielen Direktoren sollen den Gewinn erhöhen und den Gewinn gleichmäßiger über das Band verteilen.
Darüberhinaus soll die Richtwirkung sehr gut sein


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 Betreff des Beitrags: Re: Bau einer LPDA für DVB-T2
BeitragVerfasst: Fr 13.10.2017 12:33 
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Michi1983 hat geschrieben:
Danke für den Tipp, die sieht meiner schon sehr ähnlich, nur die Elemente sind dünner, ist das kritisch? Aber woher beziehen, LPDA zum UHF-Empfang scheinen hier nicht sehr verbreitet, wenn man sich so umschaut. Zum ersten Mal überhaupt aufgefallen ist mir das auf den Kanarischen Inseln, daher auch die Idee eine solche breitbandige Antenne selbst einzusetzen. Generell scheinen die dort wohl größeren Wert auf anständige UHF-Antennen zu legen (mein Eindruck), hierzulande greift ja immer mehr die Antennenfäule um sich.

Hallo,

dann bestelle in uk.
Vielleicht nimmst du auch eine pu4af.

Die Antennen dürften so um -15db Rückfussdämpfung besitzen.
Wieviel swr das ist, musst du mal schauen.

Antennen werden auch nach cai auf ihr Vermögen bewertet.
Irgendwo gibt es eine Tabelle mit diversen Antennen im Vergleich, schau mal mit der Suchmaschine.
https://www.cai.org.uk/index.php/servic ... i-dtg/file


peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Bau einer LPDA für DVB-T2
BeitragVerfasst: Fr 13.10.2017 12:48 
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Rial hat geschrieben:
Zitat:
fast immer nur diese dreiboomigen Yagis. Wüsste zu gerne, was das bringt


Das hatte ich schon mal in einem anderen Forum gefragt,
weil ich diese Bauform auf Fuerteventura gesehen hatte
und bekam folgende Antwort :
Zitat:
Die vielen Direktoren sollen den Gewinn erhöhen und den Gewinn gleichmäßiger über das Band verteilen.
Darüberhinaus soll die Richtwirkung sehr gut sein


So ganz dürfte das nicht stimmen.

Es sind drei unterschiedliche, gemeinsam gespeiste Yagi-Antennen mit gemeinsamen Reflektor, von jede für einen anderen Frequenzbereich optimiert ist.
Die Richtwirkung und der Gewinn ist deshalb gut weil es richtige Yagiantennen sind und keine LPDAs, die ja nicht mehr als eine 3-Element bringt.


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