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Fragen und Antworten zum Thema Funk
irc
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 Betreff des Beitrags: Amateurfunk - Technik und Internet
BeitragVerfasst: So 24.9.2017 12:27 
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Hallo liebe Leser, liebe Funkamateure und die, die es werden wollen,

vor ca. 7 Jahren begann ich Amateurfunk und Internet zu kombinieren. Damals war es das Bedürfnis für Amateurfunk Fernsehen Gleichgesinnte zu finden und zu verbinden. Längst nutzen Funkamateure das I-net für verschiedene Zwecke und Betriebsarten. Vor Jahren begann ich mit eigenen Themen auf TV Plattformen für den Amateurfunk und für technische Experimente zu werben. Irgendwer sagte mir damals: Amateurfunk ??? Du reitest ein totes Pferd.
Stimmt das wirklich? Inzwischen musste ich erfahren, dass die Wirklichkeit nicht so weit entfernt zu sein scheint. (Aufgabe unseres ATV Repeaters und der Interessengruppe).

Am 30. September 2017 um 17 Uhr starte ich erneut das Projekt Internet TV mit einer LIVE Sendung zugunsten der Technik und des Amateurfunks auf meinem Kanal https://www.webstream.eu/dj7ri bei http://www.webstream.eu Um zuzusehen ist keine Anmeldung erforderlich. Willst mit mir chatten melde dich an. Vielen Dank für dein Interesse.

Wie denkst du über die Vergangenheit und Zukunft des Amateurfunks?

Lieben Gruß und 73 Jürgen, dj7ri


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BeitragVerfasst: So 24.9.2017 13:12 
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Moin Jürgen, seit der Reaktivierung meines, bis dahin 16 Jahre ruhenden, Rufzeichens in 2008 läuft
eigentlich auch hier Der AFu in Verbindung mit dem Internet. Zwar nicht so sehr über irgendwelche
weltweiten Vernetzungen wie bei Echolink oder den aktuellen digitalen Voicemodes sondern eher
klassisch über automatische QSL- und Loguploads, Verwendung von LotW, Rufzeichenabfragen in
realtime etc.

Das Ganze ist für mich kaum noch wegzudenken. Ich Denke auch eher nicht das der AFu ein "totes
Pferd" ist. Nicht umsonst hat die BNetzA verschiedenste Prüfungsstandorte und die Termine sind
trotzdem nahezu ausgebucht. Auch wenn man sich auf den Bändern umhört ist da immer einiges
an Betrieb zu verzeichnen. Mal VHF/UHF/SHF aussen vor denn da geht die Tendenz leider eher nach
unten wenn man halt von den DV Modes absieht. Dort ist meist nurnoch bei Kontesten wirklich was
los und auch auf der KW ist halt an Kontestwocheneden erhöhtes aufkommen.

Das in den Zeiten ohne Konstest weniger los ist liegt zum einen wohl daran das viele schon alles
erreicht haben was sie erreichen wollten und die sich jetzt eher lieber mit Bastelkram beschäftigen
aber zum anderen halt auch daran das es heute hohe Störpegel gibt (je nach dem wo man wohnt)
und auch die vielen Antennenverbote tragen dazu bei weil die Betroffenen halt meinen das es keinen
Sinn macht mit Indoor Behelfen QRV zu werden. Andererseits gibt es aber auch diejenigen die sich
von solchen Sachen nicht abhalten lassen und eher nach dem Motto "Versuch macht kluuch" an die
Sache rangehen.

Für mich hat jedenfalls der AFu, seit meiner Erstlizenzierung 1982, seinen Reiz nicht verloren und
das Internet sowie anderweitiger Einsatz des PC (SDR, elektronische Logführung, Programme für
digitale Betriebsarten wie PSK, JT65 etc.) gehört heute dazu.

Die ATV Geschichte die Du anführst ist natürlich recht speziell. Der Anwenderkreis war ja eigentlich
nie übermässig gross und da merkt man schon recht bald wenn etliche der Aktiven verloren gehen
weil sie sich jetzt auf der KW tummeln etc. An ATV darf man m.M. nach nicht festmachen ob der
AFu nun im Rückgang ist oder nicht ...

:wink: :wink:

_________________
73´s Jürgen, DF5WW (DL0AK) RIG: TS-480SAT (Club) und SDR auf Red Pitaya Basis, 5 - 10 Watt an eine 2 x 6,5 m Doublet mit CG-3000 Automatik Tuner.


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BeitragVerfasst: So 24.9.2017 22:28 
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Hallo df5ww, Jürgen

vielen Dank für deinen interessanten Bericht. Natürlich ist alles im Wandel und ich hoffe das die Funkamateure im wahren Sinn des Wortes nicht aussterben. Es gibt eben immer etwas Neues zu entdecken. Schließlich bin auch ich früher mal ATV untreu geworden und habe mich SSTV zugewandt und ich erinnere mich an viele interessante MS-Verbindungen. Heute ist es HAMNET und neben ATV immer noch CW, egal auf welchem Band. Nur eins ist wohl anders geworden. Es wird nicht mehr so viel gebastelt und gelötet. Vielleicht liegt es daran, dass die ältere Generation doch schon Augen-Probleme hat :wink: und SMDs löten nicht für Jeden ist. Ich gehöre inzwischen nach 55 Jahren Lizenz wohl auch dazu. :roll:

Gruß Jürgen

Wäre schön die Diskussion über das "tote Pferd" fortzusetzen. Deine Meinung ist gefragt.


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BeitragVerfasst: Mo 25.9.2017 11:40 
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Da mische ich doch gerne mal mit... :D

Ich habe noch mit C-Lizenz anno 1983 ATV und SSTV kennen gelernt. Der Aufwand, der damals für stehende Bilder und den Anfängen des ATV getan wurde war schon heftig. Erst mit dem PC wurde RTTY und alles digitale Gedöns überschaubarer. Aber dann kam zum selber Löten auch noch Programmieren dazu, auf das ich keine Lust hatte. Selbst heute nutze ich den PC sehr eingeschränkt und wehe, die Kiste macht nicht, was ich will, dann freut sich mein Neffe auf einen guten Kaffee mit Kuchen... :busch:

Ach ja, selber löten: Ja, ich habe so manche Dinge selber zusammengelötet, aber die Behauptung, die viele aufstellen, du hast die große Lizenz und kannst dir jetzt all deine Geräte selber bauen ist Hirnrissig! Wenn ich weiß, wie ein Flugzeug prinzipiell geht, kann ich auch lange noch nicht selber fliegen. Ja, ich habe noch eine große offene Baustelle und eine kleine Baustelle. QRP ist eine feine Sache und macht mit bedrahteten Teilen auch noch Spaß. Aber die SMD-Staubfuzzel und meinem Lötkolben, der dagegen als Besenstil daherkommt ist nicht so mein Ding, auch wenn der Lötvorgang selber echt top ist! Ich bewundere all die, die hinderte bis tausende Kleinteile in ihren Schublädchen haben und "mal kurz nebenher" einen Oszillator aufbauen oder einen Filter oder was auch immer. Für mich fängt das Problem schon an, wenn mal ein Bauteil mit abweichender Größe benötigt wird. Geschweigedenn ist die Elektronik mein einziges Hobby. Ich begann den Afu zum miteinander Quasseln, als Handyersatz mit netten Veranstaltungen drum herum. Als ich Kurzwelle durfte, habe ich das CW vernachlässigt (Braucht man das überhaupt noch?) und mich auf das "moderne" SSB geworfen. Reichte ja. Antennebau allemal. Elektronik? Keine Erfahrung, dann lieber die Finger von lassen.

Heute habe ich meine CW-Kenntnisse wieder ans Laufen gebracht, aber mit 55 ist das Hirn auch nicht mehr so schnell und gelenkig, dass man alles in 4 Wochen erlernt. Zudem gibt es auch noch andere Dinge im Leben, die man ausleben will. Modellbau zum Beispiel. Nicht fertig kaufen und gut, sondern Bausatz kaufen, zusammenbauen, umbauen, neu bauen, erweitern, detaillieren, oh, da kann viel zeit draufgehen... und man braucht auch viele Schublädchen, um die M1,5-Schrauben und weitere unter zu bekommen...

Das Internet ist eine tolle Sache, weil man heute sich viele Infos zusammentragen kann und eventuelle Projekte gut vorbereiten und durchführen kann. Ich nutze diverse Foren und Seiten, um mich auch am Hobby anderer zu erfreuen, mache gerne Bilder und Filme meiner Modelle und genieße die Ruhe, wenn man in der Natur ist. SSTV. ATV, PSK, OLIVIA, EME und was auch immer, tolle Sachen, aber jeder pickt für sich den kleinen Teil heraus, mit dem er glücklich wird. Manche bauen Antennenparks größer als manche kommerziellen Sender, andere verlieren sich beim Einbau des 1-Watt-CW-Senders in die Streichholzschachtel (Mit Akku versteht sich! :mrgreen: ).

Gruß Stefan

_________________
Gruß Stefan

"Amateurfunk ist die Technik einer längst vergangenen Zukunft! "


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BeitragVerfasst: Mo 25.9.2017 21:59 
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Hi Stefan,

da habe ich genau das gelesen, was den Amateurfunk auch heute im handy-Zeitalter noch ausmachen kann, Zitat: Modellbau zum Beispiel. Nicht fertig kaufen und gut, sondern Bausatz kaufen, zusammenbauen, umbauen, neu bauen, erweitern, detaillieren, oh, da kann viel zeit draufgehen... und man braucht auch viele Schublädchen, um die M1,5-Schrauben und weitere unter zu bekommen... Zitat Ende.

Klar Kommunikation geht per Handy sehr gut (meistens) aber ein Erfolgserlebnis von Dauer ist das kaum. Dann schon eher der Versuch ein AFU-Programm für den PC zu entwickeln oder ein Programm als Werkzeug für den Bau von Funkgeräten zu nutzen, eins zum Erstellen von Schaltplänen und Platinen (Layout). Da bekommt der Selbstbau eine zusätzliche Möglichkeit: Interessenten müssen nicht alles selbst erfinden, können leichter nachbauen (s. Zitat oben: sondern Bausatz kaufen, zusammenbauen).

Sollte der gute alte experimentierende Amateurfunk-Dienst doch noch nicht ausgestorben sein, fragt auch dich Jürgen, dj7ri ?

Viel Erfolg beim Basteln


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BeitragVerfasst: Di 26.9.2017 18:24 
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Ich gehör ja an sich zu den sogenannten Digital Natives; mein erster Rechner war ein C64, da war ich 11; zu dem Zeitpunkt war Elektronik auch schon mein Steckenpferd; natürlich war damals und mit dem Budget eines Heranwachsenden nicht weiss ich was zu machen, aber erste Schaltungen zusammen mit dem passenden Code auf dem C64 gab es auch schon; die Informatik blieb dann auch all die Jahre hindurch wichtig, die Elektronik ging ob Schule, Studium & co in den Hintergrund. Ich bin damals mit meinem ersten Job in einem Teilgebiet der Informatik hängen geblieben, wo ich mich heute noch am meisten Zuhause fühle: der Netzwerk- und Übetragungstechnik; da war dann auch wieder der Schritt zu Elektronik nicht weit. Ich erinnerte mich an meine Audions und KW-Empfangsversuche von Kindheitstagen und entschied mich dann, die Afu-Prüfung abzulegen. In einer ersten Phase war ich viel qrv und habe mich mit den unterschiedlichen Eigenschaften der verschiedenen Bänder beschäftigt. In der Zwischenzeit ist der aktive Funkbetrieb in den Hintergrund geraten, regelmässig schalte ich noch ein für Conteste auf 2m, 70cm und 23cm; das stellt noch einen gewissen Reiz da; auf KW bin ich ab und an einmal für 1-2 QSOs und das reicht dann auch wieder für mehrere Monate. Ansonsten ist mein Steckenpferd heute der Selbstbau, zwar nicht nur HF, aber eben auch; ich hab einen 5-Bandtransceiver gebaut, der aber dann auch nur so lange interessant war, bis er lief; damit regelmässig zu funken, ist mir dann schon fast zu langweilig. An sich würde ich gerne im Frequenzspektrum weiter nach oben; ich lese mit grossem Interesse von Philip Prinz DL2AM Mikrowellenprojekten; leider ist es für meine finanziellen Möglichkeiten schon etwas grenzwertig, dort wirklich Fuss zu fassen zu können, aber das Bestreben besteht.
Vielleicht noch als Anmerkung: als Informatiker stehen mir Computer an sich sehr nahe; aber ich bin keineswegs davon besesssen und sehe ihren vielfältigen Einsatz heute auch kritisch; ich arbeite auch gerne einmal in Digimodes, aber wie auch sonst sehe ich den Computer als Hilfsmittel und nicht als Lebensinhalt; ich habe einen im Shack wie auch in meiner Werkstatt; ich funke auch ohne dass der Rechner läuft, aber auch gerne einmal mit. Und in der Werkstatt läuft er immer, wenn ich dort arbeite, da es mir die Arbeit vereinfacht, einfach schnell ein Datenblatt runterladen zu können oder eine neue Schaltungsidee aufzuschnappen, Aber sonst habe ich keinen Fetisch für den Computer. Zum Titel würde ich sagen: 'Technik' mit all seinen Möglichkeiten ist mein Interesse, und dazu gehört Funk genau so wie Computer. Und Internet ist für mich die Ergänzung von Fachliteratur. Ich lese überwiegend technische Inhalte; das Gros des Internets, auch mit all seinen Medienauswüchsen interessiert mich nicht. Es ist eine Informationsquelle für meine Freizeitbeschäftigung - mehr nicht.


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BeitragVerfasst: Di 26.9.2017 21:25 
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Lieber HB9EVI, (oder ist Evi gar ein Mädchen?)

auch dein Kommentar lässt mich hoffen, dass wir den experimentierenden Amateurfunk nicht verlieren. Hatte ich doch den Eindruck gewonnen, dass keiner mehr etwas mit dem Lötkolben zu tun haben will.

Gerade mein geliebtes Spezialgebiet Fernsehen hat doch ein so großes Betätigungsfeld: Video- Audio- und Licht-Technik, Video- und Fotografie, Bild- und Video-Bearbeitung, Antennen-Technik und nicht zuletzt HF-Technik :wink: .

OK, nicht jeder hat gleich Messmittel für GHz-Sender zur Verfügung aber der Empfänger muss nicht selbst gebaut werden (SAT Receiver). Mir kam es jedenfalls so vor als wenn du dich auch lieber mit den UKW- und UHF-Bändern und den dortigen, teils sehr spannenden Ausbreitungsbedingungen beschäftigst, obwohl die Schweizer Berge die Sache nicht leichter machen.

Für meine Internet TV Sendung am Sonnabend 30.09.17 wünsche ich mir noch mehr Diskussionsstoff zum "toten Pferd" Amateurfunk.

Gruß Jürgen


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BeitragVerfasst: Di 26.9.2017 21:40 
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Vielleicht noch zum toten Pferd: es gab und es gibt immer Leute, die nicht nur Anwender einer bestimmten Technologie sein wollen, also gibt es auch immer potentielle Anwärter für den Amateurfunk. Ich halte dieses Gerede vom toten Pferd für abgedroschenen Schwachsinn; auch wenn es statt 80000 nur noch 60000 oder sogar nur 40000 FA für DL gibt, gibt es so immer noch Amateurfunk; natürlich wird dadurch die Lobby z.B. zur Verteidigung der Interessen des Afu entsprechend kleiner, aber da gibt es auch genug offizielle Afu-Exponenten, die aktiv Funkamateure und Afu-Aspiranten mit ihrer Art zu 'herrschen' vergrätzen und so die Lobby schon heute schwächen und am Ende bleibt dann auch die Frage, was ein nichtkommerzieller Funkdienst ernsthaft gegen die Kommerziellen erreichen könnte in ihrem Hunger nach mehr - das wiederum ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und betrifft nicht nur den Amateurfunk.
Also statt Schwarzmalen einfach die Leute machen lassen - es gibt genug Technikinteressierte, da sind vorallem auch Elternhaus, Schulen, Ausbildungsstätten und Universitäten gefragt, den Wissensdurst der nächsten Generation zu stillen; natürlich gibt es da auch durchaus Krisengebiete, aber Elektronik als Hauptgebiet des Afu ist keine elitäre Disziplin - sie steht heute allen offen, und damit meine ich nicht jedes Jahr das neueste Phone von Apple oder Samsung, sondern z.B. ein 100er Beutel Transistoren oder Widerstände aus China.


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BeitragVerfasst: Di 26.9.2017 22:34 
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dj7ri hat geschrieben:
Für meine Internet TV Sendung am Sonnabend 30.09.17 wünsche ich mir noch mehr Diskussionsstoff zum "toten Pferd" Amateurfunk.


Das "tote Pferd" betrifft wohl eher die Funkanwender als die Funkamateure.

Mit denen meine ich diejenigen, die nur quatschen wollen und für die alles andere was den Amateurfunk eigentlich ausmacht uninteressant ist.
Quatschen geht mittlwerweile natürlich wesentlich besser per Internet oder Handy Flatrate und für Bildübertragung trifft das erst recht zu.


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BeitragVerfasst: Mi 27.9.2017 9:15 
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Vielen Dank für die Mühe hier Licht ins Dunkel zu bringen. Schule und Eltern sind wohl die Partner, um über den großen Nutzen des Amateurfunk-Dienstes aufzuklären, denn

es gibt sie noch, die Idealisten, die ehrenamtlich in Schulen Schüler für den Amateurfunk mit Erfolg ausbilden. Leider gibt es nicht immer den Rückhalt der Eltern wie man sich das dachte. Beispiel: Der Junge legt erfolgreich seine AFU-Prüfung ab und möchte nun eine kleine Stabantenne am Dach der väterlichen Garage anbringen. Dies wird ihm verwehrt mit den Worten: Du machst jetzt erst dein Abi, dann dein Studium. Für solche Spielereien wie Funk hast du später Zeit. Wen wundert es, wenn der Junge den Amateurfunk ganz beiseite legt.

Die kostenfreie Ausbildung war den Eltern noch recht, der weitere Nutzen einer Amateurfunk-Tätigkeit wurde nicht erkannt und störte ihre Pläne. Hier tut Aufklärung not.

Gruß Jürgen


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BeitragVerfasst: Mi 27.9.2017 10:03 
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Du hast jetzt da ein einzig mögliches Szenario rausgepickt. Natürlich sind Eltern heute unter Druck, ihre Kinder für die Ellenbogengesellschaft zu fit zu trimmen, aber das ist nicht zwangsläufig so. Oft ist auch nicht der nötige Bildungshintergrund gegeben, um den Nachwuchs entsprechend zu fördern. Allerdings ist es auch so, dass gerade Kinder immer Wege finden, ihren Wissensdurst zu befriedigen; zu meiner Zeit war es die Stadtbibliothek, heute gibt es das Internet; auch da gibt es Kinder, die das Internet sinnvoll einsetzen und nicht nur für Facebook, Youtube & co.
Auch hier denk ich, man braucht gar nicht weiss ich was für Bemühungen treiben; alleine die Interessen der Kinder nach Möglichkeit unterstützen; weder braucht es weiss ich was für eine aufwendige Förderung und natürlich ebenso wenig braucht es Schlechtreden und Demotivation. Die Kinder sich entwickeln lassen mit ihrer Neugierde und sie darin in die richtige Richtung lenken, mehr braucht es gar nicht.
Inwiefern das heute noch möglich ist, weiss ich nicht, da heute schon die Kleinsten auf den zukünftigen Überlebenskampf in der durchkommerzialisierten Gesellschaft getrimmt werden müssen; meine Generation war das sicherlich noch unbeschwerter und ich beneide die heute Heranwachsenden überhaupt nicht.
Aber da sind wir wieder bei einem gesamtgesellschaftlichen Problem, das nicht Afu-spezifisch ist.


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BeitragVerfasst: Mi 27.9.2017 10:12 
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Registriert: Mi 17.6.2015 10:32
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Hallo,

aus den Beiträgen lese ich heraus, das viele den Weg zum Amateurfunk über die Technik gefunden haben, nicht umgekehrt.
Bei mir war das teilweise auch so, es gab auch noch nicht die vielen "Spielzeuge", die mich hätten dvon abhalten können.

Hier muss man aber m.E. umdenken !
Weiß nicht ob ich da jetzt vom Thema zu sehr abkomme, aber es kam letztens
über den OV-Verteiler eine Mail mit dem "Newsletter Oeffentlichkeitsarbeit 8/17", auf diesen bezieht sich auch meine Analyse
und persönliche Meinung (s.u.)
Nach einem Leserbrief an den Funkamateur zum Thema "Platinen selber herstellen" hatte ich noch eine nette Konversation mit einem
Redakteur. Diesem habe ich mitgeteilt, dass ich im OV fast der einzige bin, der noch Platinen selber herstellt bzw. Layouts dafür.
Vom Redakteur wurde mir bestätigt - zumindest sieht er das so - dass im Afu-bereich der Selbstbau extrem zurückgegangen ist.
Aber man kann sich natürlich auch mit Technik beschäftigen, ohne diese selbst zu bauen, das darf man nicht vergessen.

Hier mal meine Pers. Meinung zu dem og. Artikel :

Zum "Tag der Niedersachsen", Motto : "Wir können Technik":

Bausätze aufbauen funktioniert immer super mit Kindern und Jugendlichen !
Kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Und parallel mit Eltern ins Gespräch kommen.
Das ist prima um das Schreckgespenst "mein Nachbar ist Funkamateur" etwas zu entschärfen.
Aber "Nachwuchsgewinnung" ? Da habe ich echte Zweifel.
Man verwendet "Eye-Catcher" wie kleine Arduinio- oder Raspberry-Pi Roboter um Leute
anzulocken. Aber was hat das mit Amateurfunk zu tun? Sowas sieht man auch massenweise
bei der sog. "Maker-Szene". Um einen Arduino o.ä. zu programmieren brauche ich keine
Afu-Lizenz. Es reichen 10 EUR, ein PC und ein Abend Zeit um ein erstes Projekt damit zu machen.

Interessant auch : "Für klassische Amateurfunkanlagen mit Kurzwelle, VHF- und UHF-Funk zeigten
die Besucher nur wenig Interesse"- dann kann man sie auch weglassen - oder ?
Für 95% vom Rest der dort gezeigt wurde bräuchte man dann aber auch keine Afu-Lizenz mehr.
Empfangsversuche mit DVBT-Sticks o.ä. sind ja auch ohne Lizenz möglich. Also was ist die
Faszination beim Amateurfunk, die man den Besuchern rüberbringen kann?
Knöpfchen drücken und vorgefertigte F-Tasten-Messages austauschen in einer Betriebsart,
wo keiner richtig weiß wie das eigentlich funktioniert und man die Gegenstation
akustisch nicht mehr hören kann - z.B. FT8?
Das "Sammeln von Ländern" an der eigenen Station (s. "der 10.000 EUR Ego-Trip,
http://funkamateur.net/wordpress/der-10 ... o-egotrip/)
oder doch eher das gemeinsame Erlebnis beim Contest?
Sind wir die technologische Speerspitze der weltweiten Kommunikation und der letzte Anker im
Katastrophenfall (Notfunk) - so wie es der DARC gern darstellt?
Zitat DK1WB:
"Das Motto „Wir können Technik“ gefällt mir gut,
denn es sagt sehr prägnant, was uns Funkamateure von anderen
Profi- oder Hobby-Funkern unterscheidet" ...
Gewagte These, ich denke es gibt in allen Bereichen Leute, die von der Technik
Ahnung haben und andere eben nicht. Es ist m.E. auch heutzutage nicht mehr zielführend, die
Technik in den Mittelpunkt zu stellen. Es geht zwar nicht ohne aber damit lockt man keinen
mehr hinter seinem Smartphone vor.
Und ebenfalls fakt : Jedes Smartphone ist heutzutage komplexer als ein moderner, käuflicher
SDR-Transceiver ! Wers nicht glaubt, kann sich gerne mal in die 3GPP-Specs von LTE (4G) und
LTE-Advanced (5G) einlesen... ;-) Inkl. 4 x 4 oder 8 x 8 MIMO. Und nicht vergessen, dass die Teile
parallel noch Bluetooth, WLAN, NFC, GPS ... können.
Also der Weg über die Technik ist m.E. ein Holzweg.

Man muss sich hier neu definieren und komplett umdenken. Beim DARC sehe ich wenige Ideen,
das beste ist vermutlich noch die Förderung der sog. Ausbildungszentren.

Mein Sohn zeigt übrigens Null (0.0) Interesse für Technik (ausgenommen Smartphones) - obwohl der
ganze Keller damit voll ist ;-)

73 !
Mark

PS: Jürgen, ich glaube ich hab vor Jahren mal von Dir eine SB-200 gekauft ? Naja mir ist Dein Call irgendwie in (guter!) Erinnerung ;-)

_________________
Ich bin ein Ossi - bitte erklärt mir die Welt


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BeitragVerfasst: Mi 27.9.2017 10:24 
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Na, wenn nicht über Technik, was dann? Dann wird Afu auch nur eine weitere Spielform im Segment von Twitter, Whatsapp, Skype und wie sie alle heissen. Ob wir das zum Erhalt des Afus wirklich brauchen, bezweifle ich persönlich; immerhin ist der Afu eine technische Betätigung und nicht von ungefähr wird eine sehr technisch orientierte Prüfung eingefordert. Dass das auch gewissen Exponenten des Afus schon lange zuwider ist, sieht man am vehementen Befürworten der weiteren Abwertung der Prüfungsanforderungen, Stichwort Klasse K etc. pp.
Ich habe mich damals einzig deswegen für den Afu entschieden, weil die Möglichkeit zum Selbstbau von Funkgeräten besteht. Ohne diese Möglichkeit ist für mich Afu überflüssig; und all die, die ständig von den übertriebenen Anfordungen für die Zulassung zum Afu reden, spielen hier Totengräber für den Afu mit dem Selbstbaurecht. Das wiederum ist auch den hochrangigen Exponenten von DARC & co offensichtlich nicht bewusst.
Und ja, ich baue nicht nur HF-Geräte, sondern auch DC und uC-Projekte, aber muss ich das denn werten? Wenn ich nicht mehr das Recht habe, für bestimmte Frequenzsegmente meine eigenen Sender zu bauen, brauche ich persönlich auch keinen Afu mehr.
All die, die den Afu gerne in eine technikferne Beschäftigung ummodifizieren möchten, sollten das vielleicht einmal vor Augen halten.


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BeitragVerfasst: Mi 27.9.2017 11:10 
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Registriert: Mi 16.7.2014 19:07
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HB9EVI hat geschrieben:
Na, wenn nicht über Technik, was dann?


Da gehe ich nicht mit! Es ist verdammt spannend, auf den Satelliten zu warten, ob man ihn hört und tolle Effekte bei der Ausbreitung erfährt, es ist hoch interessant, mit Funkfreunden über mittlere Entfernungen die verschiedensten Ausbreitungseffekte zu erleben und zu bewerten. Es ist oft sehr interessant, was man mit Antennen erleben kann, die eben nicht nur ein Dipol sind und was für Einflüsse wie stark sich im praktischen Betrieb aufzeigen. Es muss eben nicht immer nur die hochkomplizierte elektronische Technik im Vordergrund stehen! Schöne Gehäuse, aussergewöhnliche Gehäuse bauen ist ebenso eine Kunst. Siehe hier:
https://www.aetherman.com/steampunk-art/

runterscrollen und die Geräte bewundern...

Es gibt innerhalb des Afus ja auch noch all die, die gerne Programmieren, die PC mit der Funke verbinden, Rotor dazu, Logbuch dazu und alles funktioniert zusammen. Die brauchen nicht gleich den Lötkolben in Bezug auf elektronische Bauteile, die löten gerade noch Kabel und Stecker. Auch das kann Freude machen.

Und so mancher erfreut sich, mit wenig Mitteln in der Botanik einen schönen Tag zu erleben, an dem hier und da ein QSO läuft.

Mich hat die Geselligkeit und das Zusammensein Gleichgesinnter bewegt.

_________________
Gruß Stefan

"Amateurfunk ist die Technik einer längst vergangenen Zukunft! "


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BeitragVerfasst: Mi 27.9.2017 11:26 
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Registriert: Mi 25.8.2010 22:37
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Naja, wenn diese zu Beginn aufgelisteten Dinge nichts mit Technik zu tun haben, dann haben wir wohl ein unterschiedliches Verständnis von Technik; ansonsten habe ich zugegeben wenig Verständnis für die ganzen 'trendy' Kommunikationsformen, die man am besten gleich via Skype und Twitter abwickelt - dafür braucht niemand eine Afu-Zulassung; ebenso wenig braucht es eine für Casemodding. Vielleicht sollte bei der Ausbildung etwas mehr Wert auf die Definition des 'Amateur Service' gemäss Radio Regulations gelegt werden, wo der Amateurfunkdienst explizit als eine technische Beschäftigung definiert wird.
Nur weil heute eine überwiegende Mehrheit der FA den Afu mit Skype & co verwechselt, ändert das noch lange nichts an der rechtlichen Definition.
Und es soll ja durchaus Amateure geben, denen etwas am Selbstbaurecht liegt; aber vielleicht zählen die in der immer weiter um sich greifenden Banalisierung und Kommerzialisierung aller Lebensinhalte nichts mehr.
Sorry, aber anders als mit Polemik ist diesen Trend wohl nicht beizukommen.


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